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Obdachloser will sich juristisch gegen Knöllchen wehren

rnStrafe wegen „Campierens“

Drei Knöllchen hat Stefan K. in den vergangenen zwei Jahren wegen Schlafens auf der Straße in Dortmund bekommen. Jetzt will er sich juristisch dagegen wehren.

Dortmund

, 09.11.2018

Früher, in einem anderen Leben, war Stefan mal Student. Damals, 2003, als er aus dem Sauerland nach Dortmund zog, sich für „Soziale Arbeit“ einschrieb und loslegte. Die ersten Semester lief alles nach Plan, er war auf dem Weg, nichts deutete daraufhin, dass sich die „Soziale Arbeit“ mit ihm beschäftigen sollte und nicht andersherum. Eine Zwangsstörung sorgte dafür, dass nach dem sechsten Semester nicht mehr viel funktionierte. Als die begann, war Stefan das nicht klar. Irgendwann aber hatte sie ihn im Griff und vielleicht hätte er das merken können, damals, als er nur noch zwei Mal im Jahr seinen Briefkasten leerte und ansonsten nur noch mit sich und wenig anderem beschäftigt war. Aber wie soll man so etwas bemerken, wenn man sich nicht damit beschäftigen kann, weil die Angst einen im Griff hat und das Gehirn falsch spielt? Am 19. Januar 2017 stand er dann da, wo man irgendwann zwangsläufig steht, wenn man das Leistungsprinzip lange genug negiert: auf der Straße. Irgendwo in dem Postberg war irgendwann auch ein Räumungsschreiben angekommen.

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