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Cityring-Konzerte: Operngala war eine Nacht der Luxusstimmen

Musikreihe auf Friedensplatz

Einige der neuen Sänger der Oper Dortmund haben Namen wie Fußballer. Auch dieses Spitzenensemble, das sich bei der Operngala der Cityring-Konzerte vorstellte, ist Champions-League-reif.

Dortmund

02.09.2018
Cityring-Konzerte: Operngala war eine Nacht der Luxusstimmen

Diese neun Sänger gehören zum neuen Dortmunder Opernensemble, das bei der Gala beeindruckte (v.l.):  Sunnyboy Dladla, Elena O‘_Connor, Stéphanie Müther, Petr Sokolov, Hyona Kim, Mandla Mndebele, Aytaj Shikhalizada, Hector Sandoval und Anna Sohn. © Stephan Schuetze

Stolz, stolz, stolz darf das Publikum der Dortmunder Oper auf sein neues Sängerensemble sein. Bei der Operngala zum Auftakt der dritten Cityring-Konzerte stellten sich neun der neuen Solisten vor, die Intendant Heribert Germeshausen verpflichtet hat.

Es sind durchweg fantastische, zum Teil sensationelle Stimmen, die die neue Ära am Theater Dortmund prägen werden. Die von den Dortmunder Philharmonikern unter Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz begleitete und von Malte Arkona humorvoll moderierte Operngala wurde zu frenetisch umjubelten Gesangs-Festspielen.

Die Sängerin der Aida sieht aus wie Aida

Mit Elena O‘Connor hat das Theater eine Aida, die nicht nur wie Aida aussieht, sondern in dieser Rolle an allen großen Häusern Furore machen könnte: Mit einem schlank geführten, voluminösen Sopran, der leuchtende Farben hat, sang sie die Arie „Ritorna vincitor“, die der Gala auch den Titel gegeben hat.

Tenor Hector Sandoval ist als Radames (ab 5. 10. auf dem Spielplan) an ihrer Seite genau so, wie man sich den ägyptischen Feldherren vorstellt. Mit einem „Granada“ und „Nessun dorma“ schmetterte er sich auch noch in die Herzen der Gala-Besucher.

Der Rossini-Tenor im Ensemble ist hinreißend

Aus vielseitigen Charakteren und Stimmfächern besteht das neue Ensemble: Sunnyboy Dladla wird mit seinem Rossini-Tenor das Publikum verzücken. Mit klarer, eleganter Stimme sang er die „Liebestrank“-Arie „Una furtiva lagrima“. Hinreißend.

Mandla Mndebele hätte in Verdis „Maskenball“-Arie den Friedenplatz zur Not auch ohne Mikrofon mit seiner Riesenstimme füllen können. Dieser Bariton ist ein Ereignis. Und von einem Barbier von Sevilla (Premiere am 7.10.) wie Petr Sokolov, der mit wunderbarem Legato singt und mit extralangen Spitzentönen und Spielwitz das Publikum berauschte, träumen viele.

Cover der Bartoli singt auch wie die Bartoli

Mezzosopranistin Aytaj Shikhalizada, gerade von den Salzburger Festspielen als Cover für Cecilia Bartoli in der „Italienerin in Algier“ zurückgekehrt, war die perfekte Rosina aus dem „Barbier“. Sie hat die Tiefe in der Stimme wie die Bartoli und auch ein ähnliches Temperament. Eine wundervolle Sängerin.

Stimmliche Kraftpakete gehören zum Ensemble. Wie Hyona Kim, die mit einer Arie aus „Adriana Lecouvreur“ zu Begeisterungsstürmen hinriss, oder Stéphanie Müther die mit Brünnhilden-Stimme ein „Turandot“-Drama entfachte. Und auch elegante Solistinnen wie die Südkoreanerin Anna Sohn, deren koloratursicherer Sopran als Gilda im „Rigoletto“ viel Glanz hatte, werden das Opernpublikum genauso beeindrucken wie die Gala-Gäste.

Der Donner kam in der Sommernacht vom Rathaus-Balkon

Auch der präsente Opernchor mit seinem neuen Leiter Fabio Mancini und Schlagwerker der Philharmoniker, die in Rossinis Gewitterszene vom Rathaus-Balkon Donner in die Sommernacht schickten, machten den Abend perfekt. Schön, dass der Cityring, den Mut hat, dieses in der Region einzigartige Mini-Festival zur Tradition zu machen.

Am Samstagabend folgte mit der Groove Symphony das zweite Konzert, bei dem Minimal Techno und House auf ein komplettes Orchester trafen. Hier eine Video-Zusammenfassung:

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