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Opernhafter Ausdruck

Oratorienchor imponierte in St. Marien

03.06.2007

Eine große Orchestermesse nach Vorbild von Rossinis «Stabat mater» hatte sich das Pariser Publikum vom Kirchenmusiker Charles Gounod gewünscht. Dieser komponierte die «Cäcilienmesse» und mischte geschickt opernhaften Ausdruck und klassische oratorische Effekte. Die Messe wurde zu einem der beliebtesten Kirchenmusikwerke des 19. Jahrhunderts. Dennoch steht das gut 40-minütige Werk heute seltener auf den Konzertprogrammen, weil es vom Chor eine außerordentlich gute Vorbereitung und stimmliche Schulung erfordert. Der Dortmunder Oratorienchor wuchs in der Aufführung am Samstagabend in der Marienkirche ein Stück über sich hinaus und bescherte dem Publikum in der voll besetzten Kirche einen glanzvollen Abend. Eine für ein hochromantisches Werk relativ kleine Besetzung von nur rund 40 Sängerinnen und Sängern hatte Chorleiter Edwin Pröm zur Verfügung. Trotzdem entfaltete dieser Chor unheimlich viel Kraft und entwickelte in der Messe, die eigentlich für einen kleinen Kirchenraum wie den der Marienkirche zu monumental ist, prachtvolle Klänge. Konzentriert und rhythmisch genau ließ Pröm den Chor in den langsamen Tempi des Gloria singen, atmosphärisch dicht gestalteten die Sängerinnen und Sänger das Credo und einfühlsam sangen sie das Sanctus mit dem Solotenor. Die großen melodischen Bögen, die die Messe beim Publikum so beliebt gemacht haben, sang der Chor besonders schön im «Agnus Dei» aus. Gut besetzt war das Solistentrio mit Jutta Potthoff (Sopran), Tenor Luca Martin und Rainer Weiss, der mit seinem kraftvollen Bass auch opernhafte Dramatik in die Messe brachte. Eingeleitet hatte Pröm die Messe mit einem Orgelchoral von Gounods Zeitgenossen César Franck, der zu Beginn deutlich lyrischer als die Messe klang, aber von dem Organisten klug und effektvoll zum Schluss gesteigert war. Wie leistungsfähig der Oratorienchor ist, hörte man auch in den drei A-cappella-Sätzen von Bruckner und Reger, die der Chorleiter zwischen Gloria und Credo der Gounod-Messe gesetzt hatte. Die deutliche Textaussprache des Chors imponierte in diesen anspruchsvollen, schwer zu singenden Motetten ebenso wie seine harmonische Sicherheit. JG

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