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Opfer im Schlaf überrascht und halbtot geprügelt: Geständnisse vor Gericht

Albtraum-Überfall

Ein 18-Jähriger aus Dortmund hat vor dem Bochumer Landgericht seine Beteiligung an einem Albtraum-Überfall zugegeben. Das Opfer war im Schlaf überrascht, verprügelt und ausgeraubt worden.

Dortmund/Bochum

, 05.09.2018

Die Täter kamen mitten in der Nacht - das Opfer lag ahnungslos und träumend im Bett: Es war der 25. August 2017, als der 18-Jährige früh morgens gemeinsam mit zwei ebenfalls aus Syrien stammenden Mitangeklagten (19 und 20 Jahre alt) in Herne bei einem 21-jährigen Landsmann aufgetaucht waren.

Weil das spätere Opfer einem der Männer angeblich noch 300 Euro schuldete, hatte das Trio beschlossen, sich nicht länger hinhalten zu lassen. Alle drei Angeklagten gaben vor dem Bochumer Landgericht zu, nachts in die Wohnung des 21-Jährigen eingedrungen zu sein.

Gefesselt, geknebelt und gedemütigt

Kaum hatte der 21-Jährige das Trio bemerkt, wurde er auch schon überwältigt. Laut Anklage wurde der junge Wohnungsinhaber dann mit einem Staubsaugerkabel an Händen und Füßen gefesselt. Außerdem soll ihm einer des Trios auch noch eine Hand bis zur Atemnot in den Mund gesteckt haben.

Dann sollen die Angeklagten immer wieder zugetreten haben – vor allem ins Gesicht. Nach Angaben des Opfers wurden ihm von den Angeklagten zum Schluss auch noch Hose und Unterhose runtergezogen – und ein Handyvideo gefertigt.

Der 21-jährige Herner musste noch in derselben Nacht notoperiert werden. Die Schläger hatten ihm unter anderem den Kiefer, das Jochbein und die Nase zertrümmert. Seit dem Überfall hat der 21-Jährige seine Wohnung nicht ein einziges Mal mehr betreten. "Er hatte Todesangst", sagte sein Rechtsanwalt Rainer Köper.

Geständnis im "BVB-Hoodie"

Schwarz-Gelber BVB-Hoodie, kurze lockige Haare, schüchternder Blick: Vor der 3. Jugendstrafkammer legte der 18-Jährige aus Dortmund ebenso wie die zwei Mitangeklagten ein Teilgeständnis ab. Ja, man sei in der Wohnung gewesen. Ja, man habe den 21-Jährigen geschlagen und getreten. Und ja, das bestätigte der 18-Jährige aus Dortmund am Mittwoch noch einmal ausdrücklich, er habe „kurz vor der Flucht" aus dem Portemonnaie auch noch 200 Euro Bargeld mitgenommen.

Laut Anklage belief sich die Gesamtbeute auf mehr als 1000 Euro Bargeld, zwei Handys und Papiere.

Die Anklage lautet auf besonders schweren Raub.

Der 18-Jährige aus der südlichen Innenstadt und seine zwei Komplizen sitzen bereits seit mehreren Wochen in Untersuchungshaft. Ihnen drohen empfindliche Jugendhaftstrafen.
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