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Plumplori-Dame Helene bekommt endlich einen männlichen Gefährten

Dortmunder Zoo

Lange war sie alleine, jetzt hat die Plumplori-Dame Helene endlich einen Gefährten gefunden. Zwei kleine Probleme: Der Neue ist neun Jahre jünger und hat eine kriminelle Vergangenheit.

Dortmund

, 08.11.2018
Plumplori-Dame Helene bekommt endlich einen männlichen Gefährten

Ein beschlagnahmtes Zwergplumplori-Männchen ist in der letzten Woche im Dortmunder Zoo eingezogen. © Marcel Stawinoga

Die Plumplori-Dame im Dortmunder Zoo bekommt Gesellschaft. Der Dortmunder Zoo hat einen männlichen Zwergplumplori übernommen, der in Leipzig beschlagnahmt wurde. Der war zunächst in Leipzig in Quarantäne untergebracht worden und ist seit dem 31. Oktober im Dortmunder Zoo.

Woher der Plumplori stammt, ist aktuell noch nicht klar. Die Naturschutzbehörde der Stadt Leipzig will sich noch nicht zu den Hintergründen der Beschlagnahmung äußern, ehe das entsprechende Strafverfahren abgeschlossen.

Vier Tiere in Leipzig beschlagnahmt

Die Naturschutzbehörde beschlagnahmte Anfang Juni insgesamt vier Tiere, zwei Zwergplumplori und zwei Sunda-Plumploris. Wegen der Beschlagnahmung stand die Naturschutzbehörde in Kontakt mit dem Verein Plumploris e.V., der in diesem Jahr im Dortmunder Zoo neu gegründet wurde, und suchte unter anderem eine dauerhafte Unterbringung für das Tier.

Da in Dortmund mit Helene ein einzelner weiblicher Zwergplumplori wohnte, zog der beschlagnahmte Plumplori nun in Absprachen mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Zwergplumploris, das im Zoo Poznań in Polen koordiniert wird, in den Zoo Dortmund. Einen Namen hat das beschlagnahmte Tier noch nicht.

"Auch wenn die Umstände mit der Beschlagnahmung nicht so schön sind, freuen wir uns doch, dass wir jetzt einen männlichen Plumplori für unsere Helene haben", sagt Zoolotse Marcel Stawinoga. Auf seine Initiative wurde im Mai der Plumploris e.V. im Dortmunder Zoo gegründet.

Derzeit noch getrennte Unterbringung

Das Männchen und Helene befinden sich derzeit noch in getrennten Gehegen hinter den Kulissen, wo sie Schritt für Schritt aneinander gewöhnt werden. Hier lernen die beiden sich bereits am Gitter kennen. "Von Liebe möchte ich noch nicht sprechen, aber es sieht ganz gut aus. Sie haben bereits Interesse für einander gezeigt", sagt Stawinoga.

Helene wird im Dezember 10 Jahre alt. Das beschlagnahmte Männchen wird auf etwa ein Jahr geschätzt. Ein Problem sei der Altersunterschied allerdings nicht, sagt Stawinoga. Die beiden haben noch eine längere gemeinsame Zeit vor sich. Im Zoo können Zwergplumploris rund 25 Jahre alt werden.

Plumplori-Dame Helene bekommt endlich einen männlichen Gefährten

Das Zwergplumplori-Weibchen Helene kam 2010 aus einem Zoo in Krakau nach Dortmund. © Marcel Stawinoga

"Da man am Anfang nicht weiß, ob sich die Tiere auch wirklich verstehen, werden sie ganz langsam aneinander gewöhnt", sagt Stawinoga. Der beste Zeitpunkt, sie zusammen zu setzen, sei, wenn die Plumplori-Dame Helene empfängnisbereit ist. Bis Zoo-Besucher die beiden Tiere gemeinsam im Gehege bewundern können, wird es aber noch ein bisschen dauern. Wahrscheinlich werden sie erst im Frühjahr wieder im Gehege zu sehen sein.

Plumploris stehen auf der roten Liste

Im September 2007 wurden alle Plumplori-Arten in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) aufgenommen. Das heißt: Der kommerzielle Handel mit wild gefangenen Plumploris ist verboten. Trotzdem gehören sie zu den am häufigsten geschmuggelten und illegal gehandelten Tierarten Südostasiens.

Vor allem auf dem japanischen Schwarzmarkt werden die Tiere gehandelt.

Dort werden sie im Internet für 4330 bis 8650 US-Dollar verkauft. In Russland bringen die Tiere zwischen 4000 und 12000 Euro ein. Nach Deutschland werden nur selten Tiere geschmuggelt. Zuletzt wurden 2003 am Münchener Flughafen zwei Tiere beschlagnahmt.

Das Fangen und der illegale Handel sind die größten Bedrohungsfaktoren für die kleinen Primaten. Mittlerweile werden alle Plumplori-Arten auf der IUCN Red List of Threatened Species (Rote Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN) als „gefährdet“ (VU) oder „vom Aussterben bedroht“ (CR) geführt.

Wie kamen die Plumploris zu ihrem Namen?

Die deutsche Bezeichnung „Plumplori“ setzt sich aus „plump“ und lori“ zusammen. Das Adjektiv „plump“ im Namen verdanken die kleinen Primaten der Tatsache, dass sie nicht springen können, keinen sichtbaren Schwanz besitzen und durch ihre Langsamkeit und massige Gestalt etwas schwerfällig wirken: eben plump. Der Begriff „Loris“ leitet sich vermutlich von dem alten niederländischen Wort „loeris“ ab, das „Clown“ bedeutet. Mit ihrer weißen Gesichtzeichnung mit den dunklen Flecken um die Augen erinnern Plumploris durchaus an einen Clown. Im Englischen heißen Plumploris „slow loris“, also „langsame Loris“.
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