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Polizisten-Tod bei G8-Gipfel erneut vor Gericht

Landgericht Rostock

Mehr als drei Jahre nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm hat am Donnerstag vor dem Landgericht Rostock der Berufungsprozess gegen eine Polizistin begonnen.

DORTMUND/ROSTOCK

von dpa

, 26.08.2010
Polizisten-Tod bei G8-Gipfel erneut vor Gericht

Sein tragischer Tod beschäftigte nun noch einmal das Gericht: Benjamin Brekau.

Die heute 28-Jährige soll als Fahrerin eines Polizeifahrzeugs Mitschuld am Tod eines ebenfalls aus Dortmund stammenden Polizisten tragen. Der Mann war bei einer Fahrt von wenigen hundert Metern auf einem Hotelgelände bei Linstow in Mecklenburg-Vorpommernaus einer Seitentür des langsam fahrenden Wagens gestürzt. Der 28-Jährige hatte sich dabei tödliche Kopfverletzungen zugezogen. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung. Die Fahrerin hätte sich vor dem Losfahren davon überzeugen müssen, dass die Türen des Fahrzeugs geschlossen waren.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte der Polizist in dem Mannschaftswagen bei geöffneter Tür gestanden und war nicht angeschnallt gewesen. Die Kriminalkommissarin gab zu Prozessbeginn bekannt, dass sie keine Angaben zum Unfallgeschehen machen werde. Die Beamten waren - wie tausende ihrer Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet - zur Absicherung des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs an der Ostsee eingesetzt. Beim ersten Prozess im Dezember 2007 hatte das Amtsgericht Güstrow den Tod des Polizisten als tragischen Unfall bewertet und die Polizistin freigesprochen. Dagegen hatten Staatsanwaltschaft und Nebenklage Berufung eingelegt. Die Witwe des toten Polizisten war als Nebenklägerin in Rostock anwesend.

Der Unfall geschah nach Abschluss des Gipfels gegen 21 Uhr. Nach einem kurzen Appell der Hundertschaft waren die Polizistin und vier weitere Beamte in den überhitzten Wagen gestiegen. Wie der Vorsitzende Richter aus den Akten vortrug, habe der verunglückte Polizist Späße mit seinen „bestialisch stinkenden“ Armschützern gemacht und sei dabei aufgestanden. Er habe dann den Halt verloren und sei aus dem Auto gestürzt. 

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