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Post öffnet Brief und nimmt Geld

Konfirmationsgeschenk

Mit 20 Euro wollte eine Dortmunderin dem Sohn einer Freundin zur Konfirmation gratulieren. Sie schickte einen Brief mit Karte und Geldschein. Jetzt ist die Karte da, doch das Geld ist weg. Mittlerweile steht fest: Die Post hat den Brief geöffnet und das Geld einkassiert.

DORTMUND

von Von Susanne Riese

, 22.06.2012
Post öffnet Brief und nimmt Geld

Christopher Hahn hat eine Karte bekommen. Aber das Geld zur Konfirmation, das in der Karte steckte, fehlt.

Eigentlich sollte der Konfirmationsgruß nur innerhalb Dortmunds befördert werden. Dafür benötigte die Post fast vier Wochen. Das Geld kam bis heute nicht beim Konfirmanden Christopher an. „Der Brief war geöffnet“, erzählt Christophers Mutter, Heike Hahn. Statt des Geldes lag ein Schreiben der Deutschen Post bei. „Wir haben festgestellt, dass dieser Brief Bargeld enthielt“, heißt es darin. „Da unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen den Versand von Bargeld in Briefen ausschließen, erhalten Sie in den nächsten Tagen einen Verrechnungsscheck in Höhe des enthaltenen Geldbetrags“.

Der Brief hatte einen Umweg über das Briefermittlungs-Center der Post in Marburg gemacht, wie sich herausstellte. Obwohl die Adresse gut lesbar und korrekt auf der Sendung zu erkennen war. Es fehlte allerdings der Absender. Und fatalerweise hatte die Gratulantin das Sonderformat der Grußkarte nicht bedacht und nur das normale Briefporto aufgeklebt. 1,41 Euro Nachporto wurden fällig. Da der Zusteller im Hause des Empfängers offenbar niemanden antraf, der die Nachgebühr hätte entrichten können, ging der Brief nach Marburg, um den Absender zu ermitteln. Das hat nicht geklappt, dafür fanden die Beamten den Geldschein und kassierten ihn ein. Der Brief wurde dann schließlich doch zugestellt.

„Das ist korrekt gelaufen“, sagt Achim Gahr, Sprecher der Deutschen Post AG. „Wir sind keine Geldtransporter. Dafür gibt es Banken.“ Maximal ein Verrechnungsscheck sei erlaubt, alles andere verstoße gegen die Beförderungsbedingungen. „Marburg ist die einzige Stelle, wo Briefe geöffnet werden dürfen“, erklärt Gahr. Die Mitarbeiter dort seien besonders auf das Postgeheimnis verpflichtet. Ihre Aufgabe ist in der Regel, aufgrund des Briefinhalts Hinweise auf den Absender oder Empfänger zu finden.

Auch Briefe, deren Annahme verweigert wird oder deren Nachporto von Nachbarn nicht bezahlt wird, landen in der Briefermittlung, wenn der Absender nicht bekannt ist. So war es wohl auch im Falle der Konfirmationskarte. Familie Hahn wartet nun noch immer auf den Scheck. Und ist gespannt, ob von der Summe die 1,41 Euro Nachporto abgezogen werden.  

Geld und andere Zahlungsmittel dürfen nicht in Briefen verschickt werden. Zugelassen sind aber Briefmarken und Warengutscheine, jeweils bis zu einem Wert von 25 Euro, sowie einzelne Fahrkarten und einzelne Eintrittskarten. Nur per Expressbrief oder Paket lässt sich Bargeld versichern, das ist aber teuer. Besser ist es, Geld zu überweisen. Eine Alternative sind Gutscheinkarten, wie es sie von Kaufhäusern, Geschäften, für Downloads oder als Telefon-Guthaben gibt. Sie sind erlaubt, weil sie sich nachverfolgen lassen.

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