Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Problemfall oder Hoffnung?

Diskussion über Jugendliche / Muslime fordern Eigeninitiative

04.06.2007

«Wir wollen uns in diese Gesellschaft aktiv einbringen. Integration ist nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben.» Die 26-jährige Medizinstudentin Bouchra Rahmani bezog bei der Podiumsdiskussion (in deutscher Sprache) zum Thema «Die Jugend: Problemfall oder Hoffnungsträger?» des muslimischen Vereins für Kulturfreunde im Reinoldinum am Samstag klar Position. Als Tochter marokkanischer Eltern in Wuppertal geboren, widmet sie sich vor allem der Mädchen- und Frauenarbeit. Sie saß als einzige Frau am Samstag neben ihren vier männlichen Podiumsvertretern und unterbrach den Moderator für ihre Herzensangelegenheit. «Bildung ist wichtig. Ein Kopftuch kann Euch nicht aufhalten, Euch zu qualifizieren. An der Uni ist es jedenfalls kein großes Problem.» Sie appellierte zudem für mehr Sozialarbeiter ausländischer Herkunft, um die schwere Zeit der Pubertät enger zu begleiten. Nikolai Schäfer, langjähriger Lehrer der Anne-Frank-Gesamtschule, sieht den Bedarf an mehr Lehrern und kleineren Klassen. «In Dortmund wird für die Bildung noch nicht genug getan. 30 von 100 Kindern hier haben Migrationshintergrund. Wir dürfen sie nicht zurücklassen.» Schäfer engagiert sich in einem Förderverein, der mit den Muslimen zusammenarbeitet. Mittlerweile gibt es einen deutschlandweiten Dachverband, die Islam Gemeinschaft Deutschland (IGD). Ihr Präsident Ibrahim El-Zayat rief die rund 100 Männer und Frauen aus verschiedenen arabischen Herkunftsländern zu mehr Eigeninitiative auf. «Ob wir uns als Problemfall oder Hoffnungsträger sehen, entscheiden wir selbst. Wenn ich später nur «Sozialamt» werden will, dann bin ich ein Problemfall.» Er verwies auf das große Potential der Sprachkenntnisse. Erste Erfolge zeigt die Jugendarbeit des Vereins «Junited», der sich regelmäßig im Dietrich-Keuning-Haus trifft. Majid Kentafi (30) Mitveranstalter dieses sechsten Kongresses der Kulturfreunde und aktiv bei «Junited» weiß: «Junge Leute brauchen Vorbilder. Wir sind gefragt!» nic

Schön, dass Sie sich für diesen Artikel interessieren.
Er ist Teil von RN+, dem neuen exklusiven Angebot der Ruhr Nachrichten.

Registrieren Sie sich einfach kostenlos und unverbindlich,
schon können Sie weiterlesen.
Mit Google
Mit Amazon
Oder registrieren Sie sich mit Ihrer E-Mail:

Mit Ihrer Registrierung erklären Sie sich mit unseren AGBs und unserer Datenschutzerklärung einverstanden