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Prozess zu lebensgefährlichen Messerstichen: Arreste und Bewährungsstrafen für Angeklagte

Mengeder Bahnhof

Zwei Jugendgruppen geraten am Mengeder Bahnhof in Streit. Am Ende bleibt einer mit lebensgefährlichen Messerstichverletzungen liegen. Nun hat das Landgericht die ersten Urteile gesprochen.

Mengede

, 19.07.2018

Die drei Angeklagten im Alter zwischen 18 und 20 Jahren wurden am Donnerstag zu Freizeitarresten und Bewährungsstrafen von bis zu anderthalb Jahren verurteilt. Ihnen legen die Richter nicht die lebensgefährlichen Messerstiche zur Last. Die Urteile lauten auf gefährliche Körperverletzung beziehungsweise Anstiftung dazu.

Die Tat ereignete sich am Karnevalssamstag 2017. Die Gruppe der Angeklagten hatte zunächst in Mengede eine Geburtstagsfeier besucht. Als diese vorzeitig beendet worden war, weil ein betrunkener Gast die Mutter des Gastgebers niedergeschlagen hatte, waren alle gemeinsam in Richtung Castrop-Rauxel aufgebrochen. Bis auf zwei junge Männer wurden alle mit Autos gefahren. "Wäre für sie auch noch ein Platz gefunden worden, wäre das alles hier nie passiert", sagte der Vorsitzende Richter Ulf Pennig in der Urteilsbegründung.

Einer der Kontrahenten landete auf dem Gleisbett

So aber liefen diese Angeklagten zu Fuß zum Bahnhof Mengede, um mit der S-Bahn nach Castrop zu fahren. Dort trafen sie auf eine andere Gruppe Jugendlicher. Und schnell kam es zum Streit. Erst wurde geschubst, dann beleidigt und am Ende landete einer der Kontrahenten sogar im Gleisbett. Dennoch stiegen die Angeklagten zunächst in die Bahn und der Streit schien erledigt.

Per Telefon soll einer der jungen Männer dann aber Verstärkung herbeigerufen haben. Und schließlich kam es – zurück am Bahnhof Mengede – zur erneuten Schlägerei mit den anderen Jugendlichen.

Urteile gegen zwei weitere Angeklagte stehen weiter aus

Nach den ersten drei Urteilen muss das Gericht noch gegen zwei weitere Angeklagte weiterverhandeln. Gegen einen 16-Jährigen ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden, der mutmaßliche Haupttäter muss sich weiter wegen der Messerstiche verantworten.

Eine Augenzeugin, die damals beherzt einschritt und weitere Schläge auf das bereits am Boden liegende Opfer verhinderte, wurde später mit einem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet. Die damals 17-Jährige verfolgte die Urteilsverkündung am Donnerstag im Gerichtssaal mit.

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