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Räuber gesteht Überfall auf Brackeler Lebensmittelgeschäft und entschuldigt sich

Gerichtsprozess

Der Ladeninhaber wehrte sich mit Schüppe und Besen, die Kunden bewarfen den Räuber derweil mit Melonen: Ein bemerkenswerter Überfall in Brackel beschäftigt seit Mittwoch das Landgericht.

Dortmund

, 05.09.2018

Es geschah kurz nach der Mittagspause: Während der Inhaber des 60 Quadratmeter großen Lebensmittelgeschäfts gerade mit Ware beschäftigt war, betrat ein vermummter Mann den Laden. Er sah die unbeaufsichtigte Kasse, griff nach einem Brotmesser und versuchte die Kasse aufzuhebeln.

Natürlich bemerkte der Chef gleich, dass „Kundschaft“ gekommen war. „Guten Tag, was kann ich für sie tun“, begrüßte er den Fremden. Als Antwort bekam er eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht.

Was dann folgte, ist ein kurioser Kampf, an dessen Ende der Räuber überwältigt auf dem Boden lag. Erst schnappte sich der Kaufmann einen Besen und wollte dem Täter eins überziehen. Dieser wehrte sich jedoch erfolgreich, daraufhin nahm der Ladeninhaber eine Schüppe und drohte erneut. „Er hat die Schüppe jedoch zu fassen gekriegt und muss mich dann mit dem Stiel im Gesicht verletzt haben“, erinnerte sich der Zeuge im Prozess. Mit mehreren Stichen musste er später im Knappschaftskrankenhaus genäht werden.

Täter vor Gericht reumütig

Erst mit vereinten Kräften gelang es damals, den Räuber zu überwältigen. Ein Kunde, der dem Inhaber zu Hilfe geeilt war, wurde ebenfalls attackiert und laut Anklage ebenfalls mit Pfefferspray besprüht. Nachdem von draußen mehrere Äpfel und Melonen auf den Täter niedergeprasselt waren und schließlich auch noch ein weiterer, kräftigerer, Kunde eingriff, gab der Räuber aber auf.

Vor Gericht präsentierte sich der Mann am Mittwoch reumütig. „Ich war auf Koks, hatte kein Geld mehr für weitere Drogen“, sagte er. Die ganze Nacht habe er vorher nicht geschlafen. Alles sei wie im Film abgelaufen. „Ich wollte das gar nicht. Ich hatte nicht vor, jemandem wehzutun, aber irgendwann ist die Sache völlig eskaliert.“

Bei dem Kaufmann entschuldigte sich der Angeklagte ausdrücklich. „Ich hoffe, dass Sie mir den Mist irgendwann verzeihen können“, sagte er. Der Zeuge blickte den geständigen Räuber lange an, rang sichtlich nach den richtigen Worten und sagte dann: „Ich nehme die Entschuldigung an. Aber ich hoffe, dass ich Sie nie mehr wiedersehe.“

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