Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Rechtsextreme wollen auf Streife gehen und vor Schulen Pamphlete an Jugendliche verteilen

Erneute Provokation

Die Rechtsextremen in Dortmund versuchen es wieder mit Provokation. Sie kündigen sogenannte „Schutzzonen-Streifen“ im Stadtgebiet an und wollen ihr Jugendpamphlet vor Schultoren streuen.

Dortmund

, 30.08.2018

„Heute Jung“, kurz HJ, leicht durchschaubar als Anspielung auf die Hitlerjugend, heißt das Schüler- und Jugendpamphlet, das die Partei „Die Rechte“ laut der eigenen Website in den nächsten Tagen und Wochen an den Toren der weiterführenden Schulen in Dortmund verteilen will. Unter anderem mit „bekannten Beispielen“ über „die Lügen der roten Lehrer“.

Gleichzeitig hat die NPD angekündigt, mit Streifen in verschiedenen Stadtteilen wie Westerfilde und Bodelschwingh zu patrouillieren und „Informationsgespräche mit Bürgern“ zu führen.

Polizei hat ein Auge auf die Rechtsextremen

„Wir haben ein Auge darauf“, sagte Polizeisprecherin Dana Seketa auf Anfrage. Sollten die Rechtsextremen sich außerhalb des Gesetzes bewegen, „sind wir die Ersten, die da sind“. Auch von der Zeitschrift habe man Kenntnis.

Der Stadt sei dieser Sachverhalt ebenfalls bekannt, teilte Stadtsprecher Frank Bußmann mit: „Die Stadt Dortmund geht davon aus, dass die Aktion und Inhalte des rechtsextremen Pamphlets gegen geltendes Recht verstoßen, und lässt dies gegenwärtig überprüfen.“ Die Stadt sei aktuell mit der Bezirksregierung Arnsberg als Schulträger im Austausch über die Möglichkeiten, künftig derartige Aktionen zu unterbinden.

Dortmund sei eine weltoffene, vielfältige und demokratische Stadt, so Bußmann: „Die Aktion der Rechtsextremisten widerspricht diesem Selbstverständnis.“ Man habe die Schulleitungen und die Schulsozialarbeiter bereits über städtische Hilfsangebote und die Hilfsangebote freier Träger informiert. Diese dienten auch als Ansprechpartner in Fragen zum Umgang mit rechtsextremistischem Gedankengut.

Rechtsextremismus-Experte: „Nichts davon ist neu“

Der Dortmunder Rechtsextremismus-Forscher Prof. Dierk Borstel sagt über die Streifen und die angekündigte Zeitschriften-Verteilung: „Nichts davon ist neu. Das ist der hilflose Schrei einer Kleinstpartei: ‚Wir wollen auch gesehen werden‘. Meist ist das viel heiße Luft.“

Um Handlungsunsicherheiten zu vermeiden, empfiehlt Borstel das, was auch schon umgesetzt wird. Er rät betroffenen Schulen, sich vorher mit der Stadt und der Polizei darüber zu verständigen, wie man mit diesen Provokationen umgeht.

Lesen Sie jetzt