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Reinoldi: Neue Walcker-Orgel im Visier

DORTMUND Lokalpatrioten müssen nun ganz stark sein: Eine neue Orgel für die Reinoldikirche soll ausgerechnet aus Gelsenkirchen kommen.

von Von Katrin Pinetzki

, 14.12.2007
Reinoldi: Neue Walcker-Orgel im Visier

Kantor Klaus Müller mit dem alten Instrument.

Alle anderen dürfen sich uneingeschränkt freuen. Denn wenn alles so klappt, wie die ev. Kirche es sich ausmalt, wird bis 2010 eine historische Walcker-Orgel von 1927 aus dem Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus ihre neue Bestimmung in der Stadtkirche finden. Noch vor Weihnachten wolle man sich um das denkmalgeschützte Instrument bewerben, so Superintendent Paul-Gerhard Stamm.

  Eine noch ältere Orgel als Ersatz für die nicht mehr zu reparierende Walcker-Orgel aus dem Jahr 1957? Was für den Laien unverständlich klingt, bringt die Augen von Reinoldi-Kantor Klaus Müller zum Leuchten. "Die Orgel ist gerade erst für 900 000 Euro restauriert worden, sie ist technisch tiptop", urteilt er. Müller selbst hat das Instrument "entdeckt", das die Stadt Gelsenkirchen nicht mehr braucht, seitdem feststeht, dass das Hans-Sachs-Haus nach seiner Sanierung keinen Konzertsaal mehr haben wird. Es ist eine ausgesprochen rare, sinfonisch disponierte Konzertorgel mit vier Manualen und Fernwerk, 92 Registern und 7262 vorwiegend historischen Pfeifen - doppelt so groß wie die Orgel im Konzerthaus.

Neues Gesicht

Weil die Pfeifen im Hans-Sachs-Haus hinter einer Wand versteckt waren, wird das Gesicht der Orgel - ihr Prospekt - völlig neu entstehen. Der Einbau koste rund 400 000 Euro, schätzt Müller. "Damit geben wir der Kirche ein Stück Seele wieder", sagt Kreiskantor Wolfgang Meier-Barth - mit dem Instrument wolle man an jene glanzvolle Zeit anknüpfen, als Gerard Bunk die Kirchenmusik an der Reinoldikirche zu höchster Blüte führte. Auch die Gelsenkirchener Orgel habe Bunk mit geplant. "Es wäre eine geniale Geste, ein kultureller Brückenschlag für 2010", findet Superintendent Stamm.

Über den Preis sei noch nicht gesprochen worden. Auf jeden Fall ist die Kirche auf Spenden angewiesen, etwa von Stiftungen oder der Reinoldigilde. Die Kirche selbst will eine Spendenkampagne starten, kündigte Paul-Gerhard Stamm an. Auch der Erlös einer CD fließt in das neue alte Instrument: Kantor Klaus Müller hat Stücke u.a. von Gerard Bunk aufgenommen - der einzige Tonträger, den es von der aktuellen Walcker-Orgel in Reinoldi gibt. Die CD gibt es für 15 Euro im Handel und im Reinoldiforum.

 

 

 

  

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