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Sadomaso-Skandal rüttelt Landkreis wach

DORTMUND Die angebliche Lustreise, die zwei Betriebsräte der Städtischen Seniorenheime Dortmund unternommen haben sollen statt in der gebuchten Weiterbildungsmaßnahme in Rostock zu sitzen, ruft inzwischen auch die Verwaltung des Landkreises auf den Plan, in dessen Hoheitsgebiet besagte Ferienwohnung mit den Sadomaso-Angeboten liegt.

von von Ulrike Böhm-Heffels

, 12.12.2007
Sadomaso-Skandal rüttelt Landkreis wach

Die Homepage des fraglichen Anbieters der Ferienwohnung soll - zumindest zeitweise - hoffnungslos überlastet sein.

Das Ammerland wirbt mit seiner idyllischen Parklandschaft, buhlt um Radfahrer und Menschen, die Ruhe suchen. Urlaubsgäste, die offenbar ganz anderes im Auge haben, sind der Kreisverwaltung des Ammerlandes ein Dorn im Auge. Kaum war der Bericht über die sich dort angeblich mit Sadomaso-Praktiken vergnügenden Betriebsräte aus Dortmund in der Welt, zählte die entsprechende Internet-Seite der Ferienwohnung im Dörfchen Augustfehn schon über 4000 Klicks. Jene dort im Internet beworbene Ferienwohnung soll es seit knapp zwei Jahren geben. Auf den ersten Blick als ganz normales Feriendomizil getarnt, mit sogar eher spießig anmutender Einrichtung, hält auch zwei so genannte Spielzimmer bereit, in denen die Gäste unter anderem auf einer Streckbank liegen oder an einem Kreuz hängen können. Auf der Internetseite der Vermieter heißt es: „Wir vermieten eine normale Ferienwohnung mit zusätzlichen Möglichkeiten“.

„Wieder wunderbar“

Schon dreimal – das verrieten der Betriebsratsvorsitzende der Städtischen Seniorenheime in Dortmund und dessen Stellvertreterin namentlich im virtuellen Gästebuch – seien sie in der Wohnung gewesen. Es sei „wieder wunderbar“ gewesen, und man würde „süchtig danach“. Das jetzt wohl juristische Problem der beiden Betriebsräte: Sie sollen statt in der von ihnen gebuchten Fortbildung in Rostock ihrer „Sucht“ gefrönt haben, werfen ihnen einige (Betriebsrats-)Kollegen vor, die sich auf die Lauer gelegt hatten.

Der Fall stinkt nicht nur den über 800 weiteren Beschäftigten der Städtischen Seniorenheime, unter denen der Ruf nach Neuwahlen des kompletten Betriebsrates immer lauter wird, sondern auch dem Baudezernenten des Landkreises Ammerland, Lothar Trinter. Die „Ostfriesen Zeitung“ zitiert Trinter in ihrer Mittwoch-Ausgabe: „Auch wenn uns bislang keine Beschwerden vorliegen, werden wir die Rechtmäßigkeit dieses Angebotes überprüfen. Scheint so, als stünde nun ebenfalls dem Vermieter des Etablissements Ärger ins Haus. Laut „Ostfriesen Zeitung“ hätten sich aber die „meisten Augustfehner an das etwas ungewöhnliche Feriendomizil gewöhnt.“

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