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Schauspielintendant plant Sanierung der Grundschule

Umbau zur Akademie für digitales Theater?

Eine schon lange geschlossene Schule steht kurz vor einer ungewöhnlichen Karriere. Am Kleyer Weg will Schauspielintendant Kay Voges seine „Akademie für digitales Theater“ gründen. Am Freitag geht es los.

Dortmund

, 22.02.2018
Schauspielintendant plant Sanierung der Grundschule

Zukunftsmusik: So könnte die Akademie später einmal aussehen. © Zeichnung Architektur.dlx

Seit 1920 diente das Gebäude am Kleyer Weg 90 als Schule. Zuletzt überwogen jedoch die Nachteile, denn die Grundschule Oespel-Kley arbeitete an zwei Standorten. 2008 wurde deshalb ein Neubau errichtet. Das alte weiße Haus in Kley diente nach dem Umzug der Kinder als Flüchtlingsunterkunft.

Den Pavillon links davor, der mit Waschbetonplatten verkleidet ist, nutzte zeitweise das Abendgymnasium. Im Gespräch waren auch ein Bürgertreff und ein Domizil für die Bürgerschützen. Jetzt wird vielleicht alles ganz anders kommen. Wenn Schauspielintendant Kay Voges die Finanzierung seines Traumes hinbekommt, entsteht hier die „Akademie für Digitalität und Theater“.

Schauspielintendant plant Sanierung der Grundschule

Ein Bild mit Symbolgehalt: Die Bühnenbildner des Dortmunder Schauspiels haben als Gag für die Tagung am Freitag alte analoge Geräte aufgebaut. Im Mittelpunkt wird aber die allerneueste digitale Technik stehen, die Kay Voges sehr am Herzen liegt. © Schaper

Mit der Tagung „Enjoy Complexity“ (Genieße Komplexität) will Voges von Freitag bis Sonntag für seine Idee werben. 200 geladene Gäste werden erwartet, darunter NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. Die Handwerker des Theaters haben die Räume dafür notdürftig instandgesetzt und große Leinwände aufgehängt.

Für den eigentlichen Umbau werden 3,5 bis 4 Millionen Euro benötigt. Genaue Pläne gibt es schon. In Phase 1 soll der Anbau mit einer Stangen-Konstruktion verkleidet werden – Leitwand nennen das die Fachleute vom Büro Architektur.dlx –, und die sichtlich mitgenommene Fassade wird saniert.

In den Anbau mit seinen vier Räumen kommen zwei Studios, die Werkstatt und das Lichttheater. Im Hauptgebäude gibt’s den Empfang in der Mitte, im rechten Flügel Tonbühne und Digitallabor, links dann Vortragssaal und Seminarraum.

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Nun beginnt allerdings die totale Zukunftsmusik: In Bauphase 2 könnte der Raum zwischen den Treppenhäusern mit einer Glasfassade geschlossen und eine Freitreppe vor dem Gebäude errichtet werden. So entsteht ein schickes Foyer. Hinter dem Gebäude schlagen die Architekten ein U-förmiges Amphitheater vor, in dem man Theater spielen könnte. Es würde zugleich eine Rampe für Rollstuhlfahrer bilden.

Platz für 18 Stipendiaten

In dieser Bauphase würde auch ein Aufzug eingebaut. Phase 3 sieht dann ein neues Gebäude vor, das in etwa die Größe des linken Pavillons hätte. Und Phase 4 würde den Campus mit einem Querriegel zur Straße abschließen, so dass ein Innenhof entsteht.

Rund 40 Fachleute sollen hier künftig digitale Techniken für die Bühne büffeln. Dazu könnten 18 Stipendiaten pro Jahr kommen. Kay Voges will die Tagung am Wochenende auch nutzen, um zukünftige Lehrer für die Akademie zu finden.

Digitale Technik setzt das Schauspiel Dortmund häufig ein, was junge Zuschauer sehr begeistert. Beispiel: Im Stück 4.48 Psychose wurden die Körperdaten der Schauspieler auf Leinwände gebracht. Weitere Infos auf der überregionalen Kulturseite..
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