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So entsteht Kakao-Kunst im Kaiserstraßenviertel

Schoko-Hasen von Pott au Chocolat

Schokolade hier, Schokolade dort. Im „Pott au Chocolat“ entstehen die Süßigkeiten in Handarbeit. Dabei ist die Herstellung mehr als nur Kakao und Zucker. Wir haben die Entstehung eines Schokohasens mal begleitet.

Dortmund

, 17.02.2018
So entsteht Kakao-Kunst im Kaiserstraßenviertel

Linda Menne zeigt, wie so ein Hase entsteht. © Dieter Menne

Das Ende und den Anfang trennt nur eine breite Glasfront. Ein Fenster zum Durchgucken, das zwischen Verkaufs- und Produktionsraum im „Pott au Chocolat“ an der Kaiserstraße 61 eingebaut ist. Vorne im Verkaufsraum geht nämlich die Reise der Schokopralinen und Schokotiere, die einen Raum weiter entstanden sind, auf ihre letzte Etappe – in die Hände und die Bäuche der Kunden.

Linda Menne arbeitet seit fast vier Jahren hier in der Manufaktur. Die 32-Jährige hat auf Sylt die Koch-Ausbildung absolviert und dann über die Patisserie den Weg zur Chocolatier gefunden. Ob die genaue Berufsbezeichnung nun Chocolatier, Chocolatiere oder weiblicher Chocolatier heißt, ist umstritten. Fest steht nur: „Schokolade ist sehr spannend“, sagt sie, während sie im Produktionsraum gerade Hasen für die Ostersaison herstellt. Formen von innen bestreichen, zusammensetzen, mit flüssiger Schokolade füllen, Vollmilch, dunkel oder weiß, rütteln und ab in den Kühlschrank damit. „Schokolade hat eine eigene Seele, die Arbeit ist jeden Tag anspruchsvoll.“

Denn zu Linda Mennes Beruf gehört mehr als nur die bloße Herstellung von Saisonware. Sie probiert, testet, mischt und entdeckt Neues. Dabei ist die Grundlage der Schokolade verschieden. Zwar ist es immer die Kakaobohne, doch die Sorten unterscheiden sich. „Jede Bohne ist anders“, sagt Linda Menne: „Das ist wie beim Wein.“ Heidi Hankel nickt. Sie arbeitet im Verkauf des „Pott au Chocolat“ und erklärt, dass die Kakaopflanze einen Schattenbaum über sich braucht. Und je nachdem, ob dieser Schattenbaum nun eine Banane oder eine Papaya sei, werde das Aroma entsprechend anders.

Kakao aus fairer Produktion

Die Manufaktur ist auf den Tag genau vor zehn Jahren an den Start gegangen, mit einem Geschäft an der Hansastraße 99. Im Kaiserstraßenviertel steht seit 2011 die zweite Filiale mit gläserner Produktion.

„Das Schönste ist, wenn die Kunden schon glücklich die Tür aufmachen und mit einem Lächeln das Geschäft betreten“, sagt Heidi Hankel. Produkte mit gutem Gewissen gebe es hier. „Unsere Chefs besuchen regelmäßig die Orte und Stätten, von denen wir unsere Kakaobohnen beziehen.“ Passen die Arbeitsbedingungen vor Ort nicht zum Konzept des Unternehmens, wird die Zusammenarbeit beendet.

So entsteht Kakao-Kunst im Kaiserstraßenviertel

So schön sehen die kleinen Schoko-Hasen am Ende aus. © Dieter Menne

Schoko-Geschmack veränderte sich

Die Grundzutat für die Schokolade ist gar nicht mal süß. Die Kakaobohne schmeckt eigentlich bitter. „Pott au Chocolat“ bezieht sie unter anderem aus Tansania, Ecuador, Java, dem Kongo und Peru. Die peruanische Bohne brauche in der Verarbeitung viel Zuwendung, sagt Linda Menne. „Das ist eine richtige Diva.“ Nicht umsonst ist die Arbeit anspruchsvoll. Schokolade ist mehr als nur Kakao und Zucker. Auf den Kartons mit fertigen Pralinen im Lager steht so etwas geschrieben wie Bacon, Olive, Rosmarin, Lakritz. Alles Geschmäcker, die in Schokolade verarbeitet werden. „Das geschieht alles in Handarbeit“, sagt Linda Menne.

Bei Heidi Hankel haben sich in den Jahren ihrer Mitarbeit die Geschmacksknospen verändert. „Normale Schokolade aus dem Supermarkt schmeckt mir nicht mehr“, sagt sie. Dort liege der Kakaoanteil in der Regel bei maximal 32 Prozent. In der Manufaktur habe hingegen kein Produkt weniger als 40 Prozent Kakaoanteil. Der Anfang von Allem wächst also streng genommen auf den Feldern Südamerikas, Afrikas und Asiens. Doch richtig dabei zugucken, wie Schokolade entsteht, kann man hier, in der Kaiserstraße 61.

Zur Feier des zehnjährigen Bestehens veranstaltete „Pott au Chocolat“ am Mittwoch (14. 2.), dem Valentinstag, mehrere Aktionen. An der Hansastraße 99 stand eine Fotobox. In der Kaiserstraße 61 gab es einen kostenlosen Pralinen-Crashkurs und die Möglichkeit, Schoko-Herzen zu beschriften. Infos zu aktuellen Angeboten finden Sie unter www.pottauchocolat.de
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