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So werden drei Dortmunder Sporthallen zu Not-Unterkünften

Gestiegene Flüchtlingszahlen

Die Stadt Dortmund muss aufgrund steigender Flüchtlingszahlen ab Anfang August drei Sporthallen zu Not-Unterkünften umfunktionieren. Die Details zu den Plänen erklärte die Stadt am Freitag auf einer Pressekonferenz - auch, was die Sperrung für den Sport in Dortmund bedeutet.

DORTMUND

, 31.07.2015
So werden drei Dortmunder Sporthallen zu Not-Unterkünften

Die Flüchtlings-Notunterkunft in den Brügmann-Sporthallen.

Die Brügmann-Hallen der Berufskollegs, das Schulzentrum Kreuzstraße und Sporthallen in Aplerbeck werden gesperrt, um dort vorübergehend 500 bis 600 Flüchtlinge unterzubringen. Bei den Aplerbecker Sporthallen ist noch nicht klar, ob es die Sporthalle des Gymnasiums an der Schweizer Allee sein wird oder der Albrecht-Dürer-Realschule und der Emscherschule. Das werde sich bis Montag entscheiden, sagt Stadtdirektor Jörg Stüdemann als Leiter des Krisenstabs.

Die Brügmann-Hallen werden bis Mitte August erneut als Flüchtlingsunterkünfte hergerichtet, die anderen Sporthallen bis Ende September. Wie lange die Sporthallen als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden müssen, darüber wagt die Stadt keine Prognose abzugeben, will aber den Zustand sobald wie möglich beenden.

Insgesamt kann die Stadt sofort bis zu 1000 Betten aufstellen. Auch Sanitär-Container und Spinde sind auf Lager. Die Sporthallen werden in Kabinen unterteilt für fünf bis zehn Personen. Hilfsdienste werden die Flüchtlinge in den Sporthallen betreuen. Auch für Bewachung ist gesorgt.

Wahrscheinlich bis zu 6000 Flüchtlinge bis Jahresende

Warum dieser Schritt notwendig wurde, zeigt ein Blick auf die Statistik: Die Zahl der Flüchtlinge, die die Stadt von der Bezirksregierung Arnsberg zugewiesen bekommt, sind zuletzt noch mal stark gestiegen. Seit Oktober 2014 waren es bis vor kurzem etwa 50 bis 75 Flüchtlinge pro Woche, jetzt sind es 115 bis 120 mit der Tendenz zu 150 pro Woche.

Ursprünglich hatte die Stadt damit gerechnet, bis Ende 2015 insgesamt 4000 bis 5000 Flüchtlinge aufgenommen zu haben. Es werden aber wohl 6000 sein. Teams sind im Auftrag der Stadtverwaltung unterwegs, um nach weiterem Wohnraum für Flüchtlinge zu suchen. Auch Flächen für „fliegende Bauten“ wie Tragwerkhallen werden von der Stadt gesucht.

Gravierende Auswirkungen für den Sportbetrieb

Für den Sport in Dortmund hat das gravierende Auswirkungen. Betroffen sind rund 2000 Sportler und die Ballsportarten Volleyball, Handball und Basketball Da es in Aplerbeck noch offen ist, welche Sporthalle betroffen sein wird, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Wird die Sporthalle des Gymnasiums an der Schweizer Allee zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert, verlieren die Sportler 188 wöchentliche Trainingseinheiten. Für die Spiele am Wochenende haben die ehrenamtlichen Vertreter der drei Fachschaften einen Notfallplan erarbeitet.
  • Noch keinen Notfallplan gibt es hingegen für den Fall, dass die Sporthalle der Albrecht-Dürer-Realschule und der Emscherschule zur Flüchtlingsunterkunft bestimmt wird, würde der Notfallplan für die Schweizer Allee wieder zusammenbrechen, sagte Mathias Grasediek, Geschäftsführer des Stadtsportbunds.

Schulsport soll nach draußen verlegt werden

Probleme gibt es auch für Tischtennis-Abteilung des BVB, die Fechter und die Kunstturner, berichtet Dirk Krause von den städtischen Sport- und Freizeitbetrieben.

Für den Schulsport sucht das Schulverwaltungsamt nach Ausweichmöglichkeiten. Ansonsten könnten die Schulen auch wandern oder schwimmen gehen und den Sportunterricht nach draußen verlegen, sagt Stadtdirektor Stüdemann.

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