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"Spiel mich"-Aktion beendet

Klaviere versteigert

DORTMUND Der letzte Ton ist gespielt. Zwei Monate lang war Dortmunds Innenstadt zum Konzertsaal geworden. "Spiel mich" hatten 30 verstreute Klaviere gefordert. Vom Pianohaus van Bremen gespendet, wurden sie jetzt versteigert.

von Von Nico Drimecker

, 02.08.2010
"Spiel mich"-Aktion beendet

Die »Spiel mich«-Aktion hat viele (musikalische) Dortmunder ans Klavier gezogen.

Die Aktion des City-Rings kam an. Wen und was hat man nicht alles gesehen: Hörbar noch nie am Klavier gesessen, hat manch einer das erste Mal die weißen und schwarzen Tasten angeschlagen. Andere dagegen tanzten Rachmaninov-gleich mit ihren Fingern über die Tasten - als sei das Klavierspielen ein Schritt in der menschlichen Evolution.Stehen und staunen Wiederum andere sangen dazu, allein, zu zweit, mit Violinen- und Gitarren-Begleitung. Und die Menschen blieben stehen, staunten, fotografierten, wippten mit, schwenkten die Melodien mit ihren Köpfen wie andere den Whiskey im Glas. Manch einer tanzte sogar. Denn Dortmund hüllte sich nicht nur in Klassik, auch Lady Gaga und Michael Jackson waren zu hören. Der "Moonwalk" war allerdings nirgends zu beobachten.Geräusch der Straße Jetzt ist nichts mehr zu beobachten, nichts mehr zu hören. Das Geräusch der Straße kehrt zurück. Bis 14 Uhr am Samstag konnte auf die Klaviere geboten werden. Für zum Teil 100 Euro gingen sie an einen neuen Besitzer. Ab heute werden die Klaviere nach Vereinbarung von den Standorten abgeholt oder mit entsprechendem Aufpreis von einer Fachspedition geliefert. Der Erlös geht an die Ökumenische Wohnungslosen-Initiative Gasthaus und an die Ärztliche Beratungsstelle gegen Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern. "Spiel mich!" - weniger eine Aufforderung und mehr ein Angebot, das ein menschliches Bedürfnis befriedigte. Die Klaviere sind verstummt. Was bleibt, ist die Erinnerung an ein: "Weißt du noch, damals, als die Klaviere überall in Dortmund standen?" Ja. Wir werden uns noch lange erinnern.

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