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Spritklau: Immer mehr Leute tanken und türmen

DORTMUND Tanken, ohne zu zahlen: Wegen steigender Spritpreise häufen sich in Dortmund die Fälle von Tankbetrug. „Im ersten Halbjahr haben wir 370 Fälle von Tankbetrug registriert, im Vergleichszeitraum 2007 waren es nur 266“, sagt Polizeisprecher Oliver Peiler.

von Von Andreas Wegener

, 13.08.2008

Zahlen, die offenbar nur die Spitze des Eisbergs bilden. Nach RN-Informationen zeigt nicht jeder Pächter die Diebe an. Verena Horstkötter macht sich die Mühe. Noch. „Inzwischen rufe ich fast jeden Tag die Polizei. Seit die Spritpreise so stark angezogen sind, fahren immer mehr Menschen weg, ohne zu zahlen“, berichtet die 35-Jährige, die die Aral-Tankstelle am Brackeler Hellweg leitet. Für die Pächterin eine Menge Schreibkram. Dabei geht es nicht immer um große Summen – manchmal sind es auch nur 10 Euro, die die Autofahrer schuldig bleiben.

Harry Retzlaff, Pächter der Bavaria Petrol-Tankstelle an der Bornstraße, spart sich schon seit Jahren die Strafanträge. „Das ist wirkungslos. Am Ende stellt die Staatsanwaltschaft die Verfahren ohnehin ein – wegen Geringfügigkeit.“ Der 53-Jährige beauftragt mittlerweile ein privates Inkasso-Unternehmen mit der Suche nach den Betrügern. „Für die Täter wird das teurer, aber ich bekomme mein Geld relativ schnell wieder.“   Eine hochauflösende Kamera-Überwachung macht es den „Wegfahrern“ bei ihm schwer. Viele Diebe versuchen nur auf primitive Art (zum Beispiel mit Klebestreifen auf den Kennzeichen), die Ermittler auf die falsche Spur zu führen. Meist vergeblich. „Die Erfolgsquote des Unternehmens ist groß“, weiß Retzlaff. Das sprach sich offenbar herum – statt drei pro Woche tanken noch zwei pro Monat „auf lau“. „Wegen der Spritpreise werden es jetzt aber wieder mehr – vor allem am Monatsende“, verrät Retzlaff.

Ein weiterer Trend, der die beiden Pächter ärgert: Fahrer tanken voll und sagen an der Kasse: "Ich habe kein Geld dabei." Mit einem Pfand ist das nicht mehr zu regeln: Meist ist ein teures Lastschrift-Verfahren die Folge. Ist das Konto leer, werden schnell über 200 Euro zusätzlich fällig. Das Gesetz sieht empfindliche Strafen vor. „Beim Ersttäter kann das fast ein ganzes Netto-Gehalt sein, im Wiederholungsfall droht Haft“, erklärt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. 

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