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Spurensuche am Zug der Erinnerung

DORTMUND 102 Namen umfasst die Liste. Sie stehen für 102 Kinder, die mit dem Zug in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten fuhren. Im Februar nächsten Jahres erinnert der „Zug der Erinnerung“ an ihr Schicksal.

von Von Oliver Volmerich

, 20.12.2007
Spurensuche am Zug der Erinnerung

102 Namen Dortmunder Kinder stehen auf dem Banner für den "Zug der Erinnerung".

Durch ganz Deutschland fährt der historische Zug, der mit einer Ausstellung ein besonders grausames Kapitel der NS-Zeit in Erinnerung ruft. Denn selbst kleine Kinder waren nicht vor der Deportation in Konzentrations- und Vernichtungslager gefeit. Vom 10. bis 13. Februar ist Dortmund die erste Station des Ausstellungszuges in NRW. Doch die Beschäftigung mit dem Thema soll weit darüber hinaus reichen.

Denn die Organisatoren vom eigens gegründeten Trägerverein „Zug der Erinnerung“ wollen vor allem zur Spurensuche anregen. Schülerinen und Schüler sollen so vor Ort dem Schicksal der 102 jüdischen Kinder aus Dortmund nachspüren, die für die Deportationen in der Zeit von 1940 und 1944 im Bundesarchiv in Koblenz erfasst sind. „Der Zug soll die Menschen in den Städten, in denen er Station macht, bewegen“, wünscht sich auch Andreas Roshol vom Jugendring.

Der Trägerkreis in Dortmund reicht von Jugendorganisationen über Gewerkschaften und dem Bündnis gegen Rechts bis zur Arbeiterwohlfahrt. Sie planen im Rahmenprogramm des Zughalts Begleitveranstaltungen wie Kunstaktionen oder Lesungen. Und natürlich sollen auch die Ergebnisse der Dortmunder Spurensuche präsentiert werden. Für die Stadt ist das Ganze nicht zuletzt ein Beitrag im Rahmen des Aktionsprogramms für Toleranz, Vielfalt und Demokratie, wie Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer als Schirmherr hervorhebt.

Endstation des Zuges soll am 8. Mai 2008 Auschwitz sein. Und auch dort sollen Dortmunder Jugendliche mit dabei sein. Wir planen für Anfang Mai eine Gedenkstätten-Fahrt nach Auschwitz, kündigt Awo-Sprecher Georg Deventer an.

Interessierte Gruppen, die sich am Programm zum Zug der Erinnerung oder an der Spurensuche beteiligen wollen, können sich beim Jugendring unter Tel. 52 40 73 oder bei Andreas Roshol unter Tel. 0160 96 97 35 69 melden. Infos gibt es auch im Internet. 

 

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