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Stadt fährt den Wachdienst am See in Hörde zurück

Beschwerden über Lärm am Phoenix-See

Alle Jahre wieder gibt es Beschwerden über Lärm und Randale am Dortmunder Phoenix-See. Jetzt hat der Bauausschuss eine Entscheidung getroffen, die droht, das Problem zu verschärfen.

Dortmund

, 01.03.2018
Stadt fährt den Wachdienst am See in Hörde zurück

An eisigen Wintertagen wie gestern ist ein Wachdienst nicht unbedingt erforderlich, aber das ist nicht immer so. © Dieter Menne Dortmund

Drei Sommer lang war es ruhiger geworden um die Lärm-Eskapaden am Phoenix-See, dann häuften sich im vergangenen Jahr wieder die Beschwerden über den nächtlichen Party-Tourismus mit lauter Musik, Randale und betrunkenen, grölenden Jugendlichen. In der Bezirksvertretung und im „Quartierslabor“ für Hörde machten Bürger und See-Anwohner ihrem Ärger Luft. Man habe massiv mit Lärm und Vandalismus zu tun. Der Ordnungsdienst sei nicht präsent, hieß es unter anderem.

Das allerdings hinderte den Bauausschuss des Rates am Dienstag nicht daran, den Wachdienst ab Juli herunterzufahren. Hinter verschlossenen Türen segneten die Kommunalpolitiker ab, den Sicherheitsdienst an den sommerlichen Wochenenden erst um 12 statt wie bisher um 7 Uhr beginnen zu lassen und die Wachleute in der Nacht von vier auf zwei zu reduzieren. Dasselbe gilt für die Nächte vor Feiertagen – mit Ausnahme von Silvester. Auch die drei täglichen Revierstreifenfahrten zwischen 7 und 19 Uhr von November bis Februar entfallen.

Vertrag läuft aus

Anlass für die Neuregelung war der zum 30. Juni auslaufende aktuelle Bewachungs-Vertrag. Die neue Sicherheitsdienstleistung wird für zwei Jahre ausgeschrieben mit einer Option für weitere zwei Jahre. Die Stadt will so 70000 Euro jährlich sparen. Bislang zahlt sie 250000 Euro.

Die CDU-Fraktion hatte beantragt, die Zahl der Wachleute und der Revierstreifen so zu belassen, wie sie sind. Alles andere konterkariere die Ziele, die mit dem Einsatz eines Sicherheitsdienstes am Phoenix-See verbunden seien.

Laut Beschlussvorlage sind das der Hochwasserschutz und die Einhaltung der Seesatzung unter anderem mit Bade- und Grillverbot. Die Bewachung sei deshalb „zwingend“ fortzuführen, heißt es in der nicht-öffentlichen Verwaltungsvorlage. Dass dennoch gleichzeitig das Wachpersonal verringert wird, begründet die Verwaltung mit der „fortgeschrittenen Standortentwicklung“ und „den jüngsten Praxiserfahrungen“.

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In diesem Punkt bleibe die Vorlage „nebulös“ und enthalte keine Fakten, kritisiert die CDU. Weder zur Entwicklung der Beschwerdelage werde eine Aussage getroffen, noch zu den Vorkommnissen, die der Sicherheitsdienst selbst festgestellt habe. Doch außer der Fraktion FDP/Bürgerliste wollte niemand den CDU-Antrag mittragen.

Dabei hatte die Verwaltungsvorlage selbst auch Bezug auf das Quartierslabor im letzten Jahr genommen. Dort sei „das große Interesse der Anwohnerschaft und Seebesucher an der Präsenz eines Sicherheitsdienstes am Phoenix See“ deutlich geworden.

Das könnte sogar noch größer werden, fürchtet die CDU, und hat dabei die Einrichtung des für dieses Jahr geplanten teilüberdachten Treffpunkts „YouPoint“ unterhalb der B236-Brücke im Auge – ein neuer Hotspot für Jugendliche zum Abhängen.

Das Quartierslabor war eine Runde im letzten Jahr, bei der statistisch zufällig ausgewählte Dortmunder an vier Terminen in Hörde, der Nordstadt, in Brackel und Bövinghausen über ihr Sicherheitsgefühl gesprochen haben. Gesprächspartner waren die damalige Rechtsdezernentin Diane Jägers und Polizeipräsident Gregor Lange. Das Quartierslabor ist Teil des Weges zu einem Masterplan Sicherheit für Dortmund.
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