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Syburg-Mord - Haupttäter rudert zurück

Schwurgericht Dortmund

Der Prozess um den grausamen Handgranaten-Doppelmord in Syburg vor 15 Jahren wird immer komplizierter. Sechs Wochen nach seiner ersten Zeugenaussage ist der damalige Haupttäter Christian K. (43) am Dienstag vor dem Schwurgericht deutlich zurückgerudert.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 24.08.2010
Syburg-Mord - Haupttäter rudert zurück

Auf der Reichsmarkstraße in Syburg geschah der Anschlag.

Anfang Juli hatte Christian K. den Richtern noch bestätigt, der jetzt angeklagte Salem K. sei nicht nur in die Mordpläne eingeweiht gewesen. Salem K. habe damals sogar die Handgranaten beschafft und seinen Kumpel vor der Tat richtiggehend heiß gemacht. „Wenn du dich nicht traust zu schießen, nimm einfach die Handgranate“, sollte Salem K. damals angeblich gesagt haben.   Im Mai 1995 waren dann auf der Reichsmarkstraße bei einem Attentat auf ein von polnischen Ganoven besetztes Auto tatsächlich zwei Männer ermordet und einer lebensgefährlich verletzt worden. Am Dienstag stellte Christian K. klar, dass seine erste Aussage in weiten Teilen falsch gewesen sei.

Er habe den Beitrag seines einstigen Kumpels deutlich übertrieben dargestellt. Salem K. sitzt erst jetzt auf der Anklagebank, weil er unmittelbar nach dem Anschlag nach Nordafrika geflohen und erst Ende 2009 wieder nach Dortmund eingereist war. Bei einem Detail ist sich der Haupttäter Christian K., der bereits seit 15 Jahren wegen Doppelmordes im Gefängnis sitzt, jedoch nach wie vor sicher: Auch Salem K. sei alles andere als unschuldig. Er habe stets gewusst, dass die Gruppe den Mord an den Polen geplant hatte.

Salem K. beteuert dagegen weiterhin seine Unschuld. Er sei zwar mit zum Tatort gefahren, sei von dem Handgranaten-Anschlag aber völlig überrascht worden. 

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