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Theaternebel löst Alarm aus, drei Vorstellungen unterbrochen

Feueralarm im Theater Dortmund

Es war kein Fehlalarm, der am Sonntagabend drei Vorstellungen im Theater unterbrach. Im Gegenteil: Die frisch modernisierte Alarmanlage ist fast schon zu gut.

DORTMUND

, 19.02.2018
Theaternebel löst Alarm aus, drei Vorstellungen unterbrochen

Ausgerechnet während der Vorstellung des Stückes „Fahrenheit 451“ musste das Theater Dortmund wegen eines realen Feueralarms evakuiert worden. © picture alliance / Bernd Thissen

Aktualisierung Montag 18.05 Uhr:

Opernhaus, Vorstellung der „Zauberflöte“, Sonntag, 19.33 Uhr, kurz nach der Pause: Die 1009 Zuschauer haben gerade wieder Platz genommen, als ein alles durchdringender Warnton schrillt. Eine automatische Frauenstimme informiert über einen technischen Defekt und bittet die Zuschauer, das Gebäude schnell und ruhig zu verlassen. Viele können nicht einmal mehr ihre Jacke holen und stehen kurz darauf frierend auf dem Theatervorplatz.

„Fahrenheit 451“ löst Alarm aus

Auch am Schauspiel um die Ecke stehen zu diesem Zeitpunkt die 418 Zuschauer auf dem Vorplatz, 355 aus dem Doppelabend „Biedermann und die Brandstifter / Fahrenheit 451“ und 63 aus „Übergewicht, unwichtig: Unform“.

Hier war der Feueralarm ausgelöst worden: Minuten zuvor, auf der großen Bühne im Schauspielhaus, wird im Stück „Fahrenheit 451“ ein Haus angezündet, und Theaternebel quillt über die Bühne und in den Zuschauerraum.

Damit der Nebel nicht den Feueralarm triggert, sind – in Absprache mit der Feuerwehr – die optischen Erkennungssysteme der Brandmelder in diesem Bereich abgeschaltet. Die Hitze- und Rauchsensoren, die vom Theaternebel nicht ausgelöst werden, sind weiterhin an, um im Falle eines echten Feuers zu reagieren.

Als auf der Bühne gezündelt wird, schrillt der Alarm los

In diesem Moment hat der Sprechchor seinen Auftritt und betritt den Bühnenraum durch eine Tür an der Seite. Durch diese Tür entweicht etwas Nebel in den Flur dahinter, wo die Brandmelder nicht abgestellt sind und den Alarm auslösen.

Das passiert zufällig genau während der gespielten Brandszene auf der Bühne, sodass viele Zuschauer im ersten Moment denken, das gehöre zum Stück. Wenige Minuten darauf ist die Feuerwehr da, 22 Feuerwehrleute in zwei Löschzügen, und stellt schnell fest: Es brennt nicht.

Entwarnung nach 11 Minuten

Um 19.44 Uhr, sagt Theatersprecher Alexander Kalouti am Montag im Gespräch mit dieser Redaktion, habe die Feuerwehr Entwarnung gegeben. Nur wenige Minuten später seien die Zuschauer wieder ins Opernhaus und ins Schauspiel zurückgekehrt, die Dramaturgen kamen auf die Bühne, erklärten die Unterbrechung, und alle drei Vorstellungen wurden weitergeführt.

Eine Opernbesucherin sagte am Montag im Gespräch mit dieser Redaktion, sie und ihr Mann seien kurz nach der Evakuierung nach Hause gefahren, weil es kalt war und es zunächst keine Informationen darüber gab, ob und wann es weitergehe. Einige andere Zuschauer seien ebenfalls gegangen.

Eine Entschädigung biete das Theater diesen Zuschauern jedoch nicht an, sagte Sprecher Kalouti am Montag. Denn erstens sei die Unterbrechung nur kurz gewesen, und zweitens seien die Vorstellungen danach weitergegangen.

Zusätzliche Aufgabe für den Technischen Direktor

Für den Technischen Direktor des Theaters, Thomas Meissner, bedeutet dieser Vorfall zusätzliche Arbeit. Zwar hat sich gezeigt, dass die Brandmeldeanlage ausgesprochen gut funktioniert, doch müssen Meissner und sein Team nun Lösungen finden für die zukünftigen Einsätze von Theaternebel. Denn die wird es geben, sagt Meissner: „Seit es das Theater gibt, gibt es auch Theaternebel“.


Erstmeldung, Montag 12 Uhr:

Laut Feuerwehr wurde der Feueralarm um 19.33 Uhr am Sonntagabend ausgelöst. Die Feuerwehr fuhr daraufhin mit zwei Löschzügen und 22 Einsatzleuten zum Theater. Dort stellten die Feuerwehrleute fest, dass es ein Fehlalarm war, der offenbar vom Theaternebel im Schauspielhaus ausgelöst worden war. Eine Gefahr für die Zuschauer und Mitarbeiter des Theaters habe nicht bestanden.

Erst dachten sie, der Alarm gehört zum Stück

Wie einige Zuschauer erzählten, wurde im Stück „Biedermann und die Brandstifter“ auf der Bühne gerade gezündelt, als der Feueralarm ertönte. Daher dachten zunächst viele, dass der Alarm zum Stück gehöre. Der Irrtum klärte sich aber schnell auf, die Zuschauer verließen das Schauspielhaus und sammelten sich auf dem Vorhof.

Auch in der Oper wurde die Vorstellung unterbrochen. Dort lief die „Zauberflöte“, die Pause hatte gerade geendet, die Zuschauer hatten seit etwa einer Minute Platz genommen, als der Alarm schrillte. Eine Zuschauerin erzählte am Montag im Gespräch mit dieser Redaktion, es habe daraufhin eine laute Durchsage gegeben, die Zuschauer hätten das Theater verlassen sollen.

Die Besucher mussten in der Kälte ausharren

Weil die Zuschauer so schnell wie möglich auf den Theatervorplatz gehen sollten, durften viele nicht mehr zur Garderobe, um ihre Jacken und Mäntel zu holen, und mussten ohne warme Kleidung in der Kälte ausharren.

Eine Information für die Wartenden habe es nicht gegeben. Viele seien daraufhin nach Hause gefahren.

Diese Fragen sind noch offen

Im Laufe des Montags rechnen wir mit weiteren Antworten, unter anderem auf diese Fragen:

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