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Trampolin-Verbot in Kleingärten spaltet die Gemüter

Hitzige Diskussionen

Noch hüpft die zehnjährige Merle auf ihrem Trampolin in der Gartenanlage Schrebergarten 06 an der Tewaagstraße. Doch damit muss Schluss sein – so will es der Stadtverband: Neben Trampolinen (ab einem Meter Durchmesser) sollen auch große Schwimmbecken verschwinden. Die Gemüter kochen hoch. Was denken Sie? Diskutieren Sie mit!

DORTMUND

, 22.03.2017
Trampolin-Verbot in Kleingärten spaltet die Gemüter

Die 11-jährige Merle darf bald nicht mehr im Kleingarten aufs Trampolin. So will es der Stadtverband.

„Bei uns hat es noch nie Unfälle gegeben“, sagt der Vorsitzende der Anlage Ulrich Winden. Mit der Unfallgefahr aber argumentiert der Stadtverband. Merles Mutter Silke Bedranowksi sagt: „Junge Familien schaffen sich die Gärten doch hauptsächlich für Kinder an. Und dann sollen sie nicht spielen dürfen?“ Die Kritik, Trampoline seien gefährlich, halten die beiden für vorgeschoben von jenen, die sich an dem „Lärm“ durch spielende Kinder stören. 

So gehen andere Städte mit dem Thema um

Das Thema Spielgeräte scheint allerorten die Kleingärtner zu beschäftigen. Und alle handhaben es anders. Beim Stadtverband der Kleingärtnervereine Essen erklärte Geschäftsführer Klaus Koglin: „Gegen Trampoline bis zu zwei Meter Durchmesser wird niemand etwas haben. Aber die, die mit einem Netz umzäunt sind, nehmen zu.“

Ausdrücklich verboten sind Trampoline in Essen nicht, aber unter den erlaubten Gartennutzungen aufgeführt sind sie auch nicht. Ein umzäuntes Trampolin steht auch im Garten der Familie Bedranowski. Warum ausgerechnet eines mit Sicherheitsnetz so gefährlich sein soll – für sie schwer nachzuvollziehen.

In Bochum soll jeder Verein selber und mit Augenmaß entscheiden, wie er mit Trampolinen umgeht. „Unsere Empfehlung ist es, Trampoline bis zu zwei Metern Durchmesser in Abstimmung mit den jeweiligen Parzellennachbarn zu dulden“, sagt Helmut Meißner, Vorsitzender des Stadtverbandes Bochum.

Im Dortmunder Schrebergarten 06 ist die Abstimmung mit Nachbarn längst Praxis. Einige schicken ihre Kinder auch rüber zu denen, die Trampoline haben. Zwei Familien haben nicht einmal einen Zaun zwischen ihren Grundstücken.

Das sagt der Bundesverband

Beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin gibt der Sprecher Stefan Grundei ein „klares Bekenntnis zu Kindern“ ab. „Tobende Kinder gehören für uns zum Kleingarten dazu. Insofern ist auch Kinderlärm kein Problem, sondern eher etwas Positives.“ Grundsätzlich liegt die Entscheidung zum Umgang mit Trampolinen bei den Vereinen und dem Stadtverband vor Ort. 

In Dortmund sind die 8181 Kleingärten in fünf Bezirke aufgeteilt. Jeder Bezirk hat einen Vorsteher, der auch Mitglied des Stadtverbandsvorstands ist. Der Vorsitzende des Bezirks Nord Peter Hendrich argumentiert damit, dass große Geräte auch als feste Baukörper gesehen werden könnten, da sie nicht ständig auf- und abgebaut würden. Solche Aufbauten müssten aber genehmigt werden.

Gert Haase vom Bezirk Süd kann die verschiedenen Seiten verstehen, mahnt aber, die Haftungen zu bedenken: „Was passiert denn, wenn sich jemand verletzt“? Solche Haftungsfragen seien privatrechtlich zu behandeln, sagt Wilhelm Spieß, Vorsitzender des in Lünen sitzenden Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner. Er meint grundsätzlich: „Normaler Spiellärm ist zu erdulden. Wo sonst gibt es noch Räume, wo Kinder gefahrlos spielen können?“

Was denken Sie über das Trampolin-Verbot? Schreiben Sie in unten in die Kommentare oder schicken Sie uns einen Leserbrief an lokalredaktion.dortmund@mdhl.de 

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