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Unbekannte zerstören bemalte Nashorn-Skulptur auf dem Schulhof

Friedrich-Ebert-Grundschule

Mit viel Liebe wurde das kleine, geflügelte Nashorn von den Schülern gestaltet und zur 50-Jahr-Feier der Friedrich-Ebert-Grundschule aufgestellt. Jetzt haben Täter die Skulptur zerstört.

Schüren

, 27.08.2018
Unbekannte zerstören bemalte Nashorn-Skulptur auf dem Schulhof

Einen jämmerlichen Eindruck macht die Skulptur, die schwer beschädigt wurde. Ob das kleine Nashorn noch einmal im Außenbereich aufgestellt wird, steht noch nicht fest. © Jörg Bauerfeld

Es wird für viele Schüler, die am Mittwoch zum Schulstart an der Friedrich-Ebert-Grundschule erscheinen, ein echter Schock werden. Der leere Sockel auf dem Schulhof. Hier hat bis vor einigen Tagen noch das geflügelte Nashorn gestanden, das extra für das Schulfest aufgestellt wurde. Gestaltet haben es Lehrer und Schüler gemeinsam. Unter anderem mit ihren Handabdrücken. Jetzt steht die Skulptur schwer beschädigt in der Pausenhalle. „Frieda“ haben die Kinder sie genannt, und wie es mit Frieda weitergeht, das steht noch in den Sternen. In der Lehrerkonferenz am Montag war das geflügelte Nashorn zumindest schon ein großes Thema.

Flügel wurden abgebrochen

Nur, was war passiert? Ganz genau weiß es niemand. Nur soweit: In der vergangenen Woche, in der Nacht von Montag zu Dienstag, müssen wohl Jugendliche ihr Mütchen an der Skulptur gekühlt haben. Das Nashorn muss mit aller Gewalt von seinem Sockel geholt worden sein, die Flügel wurden abgebrochen und das stark beschädigte Kunstobjekt wurde hinter das Schulgebäude geworfen.

Hier ist es schließlich vom Vertretungshausmeister gefunden worden. Wer in der Nacht vom 20. zum 21. August auf dem Schulhof an der Bergmeisterstraße randaliert hat, ist nicht sicher. Gesehen wurden drei Jugendliche, die sich sehr auffällig verhielten. Die Polizei ermittelt.

Bedenken im Vorfeld

Unbekannte zerstören bemalte Nashorn-Skulptur auf dem Schulhof

Auf dem Sockel auf dem Schulhof sind noch gut die Abdrücke zu erkennen, die zeigen, wo das Nashorn gestanden hat. © Jörg Bauerfeld

„Wir sind sehr enttäuscht“, sagt Schulleiterin Rita Mölders. Nicht nur, weil das Nashorn zerstört wurde, sondern auch, weil schon im Vorfeld Bedenken geäußert wurden, hier auf dem Schulhof so eine Skulptur aufzustellen. „Wie lange die wohl hier ist“, war bei der Schulfeier oft zu hören.

Und die Befürchtungen haben sich nun bewahrheitet. Zwar liegen der Polizei in den vergangenen Wochen keine Meldungen (außer dem zerstörten Nashorn) vor, doch ist es bekannt, dass sich auf dem Schulhof des Öfteren Jugendliche aufhalten, die auch schon mal Alkohol konsumieren. Und scheinbar gibt es darunter auch einige, die es nicht beim „Abhängen“ belassen. So brannte im vergangenen Jahr auf dem benachbarten Spielplatz am Flimmweg schon ein Spielgerät ab. Ein Blitzeinschlag war es wohl nicht.

„Wir haben ja extra ein großes, offenes Gelände, das auch die Kinder nutzen sollen, die hier in der Umgebung wohnen“, sagt Rita Mölders. Und das solle eigentlich auch so bleiben.

Aber bleibt am Ende nicht nur ein Zaun, um das Schuleigentum vor blinder Zerstörungswut zu schützen? In Schüren denkt man darüber noch nicht nach – trotz des bitteren Vorfalles.

Heimliches Wappentier

Jetzt soll das Kunstobjekt restauriert werden. Denn es steckt jede Menge Herzblut in dem heimlichen Wappentier der Stadt Dortmund. Die Eltern hatten die Idee, zum 50-jährigen Bestehen der Schule so ein Tier aufzustellen. „Die Kinder sind mit einbezogen worden und kurz vor der Schulfeier ist das Objekt mit großem Hallo auf den Sockel gehoben worden“, sagt die Schulleiterin. Knapp zwei Monate hat es da gestanden.

Jetzt ist in der Friedrich-Ebert-Grundschule erst einmal Aufarbeitung mit den Kindern angesagt. „Die Schüler waren richtig stolz auf das Nashorn. Sie haben immer aufgepasst, dass Frieda nichts passiert“, sagt Rita Mölders. Jetzt müssen die Lehrer am Mittwoch, dem ersten Schultag nach den Sommerferien, erst einmal erklären, was passiert ist.

Bei einigen Schülern hat sich die Zerstörung des Nashorns wohl auch schon rumgesprochen. „Eine Schülerin hat mich schon angesprochen und will einen Brief schreiben und in der Nachbarschaft verteilen, ob jemand etwas gesehen hat“, sagt Rita Mölders. Fest steht aber, dass Frieda wieder repariert werden soll. Ob das kleine Nashorn dann aber wieder auf den Sockel vor der Schule zurückkehrt, ist eher unwahrscheinlich. Vermutlich wird es seinen Platz dann innerhalb der Schule bekommen.

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