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Volltreffer "Bohnanza"

Sein Leben ist kein reines Spiel, aber er kann vom Spiel leben - Uwe Rosenberg (37) erfindet schönen Zeitvertreib. Der Dortmunder gehört zu den erfolgreichsten deutschen Spieleautoren.

13.12.2007

Rosenberg ist ein lupenreines Beispiel für den homo ludens (lat. der spielende Mensch) wie ihn einst Schiller beschwor: "...und er (der Mensch) ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."

Schon während seines Studiums ließ sich der Statistiker Spiele einfallen, "indem ich mir Geschichten erzählte". Bereits seinerzeit landete er einen Volltreffer. Das 1997 erschienene innovative Kartenspiel "Bohnanza" verkaufte sich bis heute weltweit rund zwei Millionen Mal, sein zweiter Coup war "Mamma Mia!".

Auch die neueste Erfindung aus seinem vor sieben Jahren mit Co-Autor Hanno Girke gegründeten Kleinverlag Lookout Games lockt seit dem Herbst Spieler rund um den Globus ans Brett. "Agricola - ein Aufbauspiel - steht schon jetzt auf der Liste der besten Spiele aller Zeiten", sagt Uwe Rosenberg.

Tüftelei

Anderthalb Jahre tüftelte der gebürtige Ostfriese an dem Spiel, bei dem das "friedliche Miteinander, nicht das Gegeneinander" zählt, wie Spielerfinder Uwe Rosenberg betont. Gleiches gilt für die heiteren Gesellschaftsspiele, bei denen Geschlechterklischees eine humorvolle Rolle spielen - und Recherche intensiver Vorbereitung bedürfen.

Für das beim Kosmos-Verlag erschienene Spiel "Frauen und Männer" rannte Uwe Rosenberg ein halbes Jahr mit dem Diktiergerät durch den Alltag, um Auffälligkeiten festzuhalten und dabei in so manche Damenhandtasche zu spähen.

Der passionierte Spieleautor und sein Kompagnon haben sich gut in einer Nische des sich ständig wandelnden Marktes eingenistet. Rosenberg: "Das Interesse an Spielen, wo man sich reinfuchsen musste, hat in den letzten drei bis fünf Jahren nachgelassen. Der Trend geht zu einfachen Spielen."

Auch in diesem Jahr wandern vor Weihnachten wieder unzählige Spielekartons über den Ladentisch, darunter alle Jahre wieder der Kapitalisten-Klassiker "Monopoly". Doch wie erkennt man ein gutes Spiel? "Ein gutes Spiel muss man auspacken und losspielen können", beschreibt Rosenberg. "Ein gutes Spiel hat einfache Regeln, aber komplexe Möglichkeiten, zu planen."

Gefühle

Und, ganz wichtig: "Es geht auch immer um Gefühle." Darunter auch die Angst, "Regeln nicht zu begreifen." Sein Tipp für den Einkauf: "Man sollte dem Verkäufer klar sagen, welches Spiel bereits gut gefällt. Die Altersangabe, die für den Spielekauf typisch ist, reicht nicht aus." " Steffi Tenhaven

www.lookout-games.de

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