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Vom Besucherkind zum neuen Direktor im Keuning-Haus

Levent Arslan

Levent Arslan blickt heute anders auf das Dietrich-Keuning-Haus als in den 80er-Jahren. Die Perspektive hat sich um einige Zentimeter verschoben, die Verantwortlichkeit ganz gedreht.

Dortmund

, 26.07.2018
Vom Besucherkind zum neuen Direktor im Keuning-Haus

Kulturdezernent und Stadtdirektor Jörg Stüdemann (Mitte links) und Levent Arslan (Mitte), neuer Leiter des Keunining-Hauses mit seinem Team. © Roland Gorecki/Stadt Dortmund

Den Raum, in den Stadtdirektor Jörg Stüdemann und Levent Arslan am Mittwoch zur Pressekonferenz luden, kennt Arslan schon aus seiner Kindheit. Er hat hier im Dietrich-Keuning-Haus, dem kulturellen Begegnungszentrum der Nordstadt, seinen ersten Videokursus gemacht. „Damals noch mit großer VHS-Kassette, erinnert sich der 46-Jährige.

Heute bestimmt Levent Arslan als neuer Leiter des Keuning-Hauses über das Programm des „einzigartigen Hauses“, so Stüdemann. Es ist Kultureinrichtung, Begegnungs- und Jugendzentrum in einem.

Seit März 2017 kommissarischer Leiter

Mit Levent Arslan steht das Keuning-Haus zwar unter neuer, aber auch unter bewährter Führung; denn der Diplom-Sozialpädagoge und Diplom-Sozialarbeiter hatte es bereits seit März 2017 kommissarisch geleitet, bis der Rat ihn in seiner Juli-Sitzung zum Direktor ernannte. „Direkteur“, sagen Kollegen aus seinem Team.

Am Mittwoch wurde Arslan von Kulturdezernent Stüdemann offiziell begrüßt: „Eine gute Leitung, die gut zur Arbeitsweise dieses Hauses passt.“

„Ein Multitalent“

Nicht nur weil sich Levent Arslan als Kind der Nordstadt sieht. Er ist in dem Stadtteil groß geworden. Arslan, so Stüdemann, sei ein „Multitalent“. Er ist seit Juni 2015 stellvertretender Leiter und Programmleiter des Keuning-Hauses . Zuvor war Arslan als Kinderschutz- und Integrationsbeauftragter für die Stadt Dortmund tätig.

Das spiegelt sich auch in der Entwicklung wider, die das Keuning-Haus in den letzten Jahren genommen hat. Als Drehscheibe bei der Ankunft der Flüchtlinge im September 2015 musste es ganz neue Herausforderungen meistern. Aus der ersten Hilfe damals sei viel entstanden wie Begegnungscafés und Sprachkurse, sagt Stüdemann.

Das „Herzstück der Nordstadt“

Eine Arbeits- und Berufsmesse mit vielen Unternehmen aus der Nordstadt hat Arslan aus der Taufe gehoben sowie neue, inzwischen über Dortmund hinaus bekannte Konzert- und Veranstaltungsformate geschaffen wie „Kulturell Leben“, „West Sound Story“ oder „Talk im DKH“, letzteres mit gesellschaftspolitischen Themen, die bis zu 420 Teilnehmer ins Haus locken.

„Ich habe das Keuning-Haus immer als Herzstück der Nordstadt gesehen“, sagt Arslan, „als Kulturzentrum sind wir ein zentraler Ort der Begegnung und des Austausches für Menschen jeder ethnischen Herkunft“. Rund 200.000 Besucher kommen jährlich ins Haus, an die 100 Vereine gehen hier ein und aus. Musik, Theater, Tanz, Comedy - „wir verstehen uns als Spezialisten der Vielfalt“, sagt Arslan, „das ist unser Markenzeichen.“

„Großer Vernetzer“

Stüdemann bezeichnet den neuen Leiter als „großen Vernetzer“. Ohne Vernetzung gehe gar nichts, bestätigt dieser, „alles, was wir machen, basiert auf Zusammenarbeit.“ Zusammenarbeit mit Vereinen und Initiativen im Stadtteil. Das will er verfestigen und ausbauen.

Wichtig ist Arslan auch die Kinder- und Jugendarbeit, die schon durch das neugestaltete Außengelände mit Kletterfelsen und Spielfeld Auftrieb bekommen hat.

Das Keuning-Haus hat zwar einen rührigen Förderverein, doch Stüdemann wünscht Arslan neben dem weiteren Erfolg „eine Reihe von Unternehmen, die den hohen Wert des Hauses für die Nordstadt schätzen und sich wie bei anderen Kultureinrichtungen auch unterstützend zur Seite stellen.“

Das nächste Talk-Thema ist hochaktuell: Am Freitag, 3. August, 19 Uhr geht es um das Ende des Prozesses um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) nach mehr als fünf Jahren. Gemeinsam mit Nebenklage-Anwalt Mehmet Daimagüler blickt der Talk im DKH auf den Prozess zurück. Der Rechtsanwalt und Buchautor hat im Prozess die Geschwister der beiden Nürnberger Opfer Abdurrahim Özüdogru und Ismail Yasar vertreten. Mit dem Theater-, Film- und Fernsehschauspieler Fatih Çevikkollu ist ein weiterer Experte des NSU-Komplexes zu Gast. Durch den Abend führt Prof. Aladin El-Mafaalani. Der Eintritt ist frei. Das DKH bittet um Anmeldung unter www.talk-im-dkh.dortmund.de.
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