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Wachstumsbranche "Computerspiel-Entwicklung"

Vernetzungsprojekt

Der schwarze, eng anliegende Ganzkörperanzug sieht beinahe aus, als wollte Handballer Christian Becker gleich aufs Surfbrett steigen.

DORTMUND

von Von Jonas Müller-Töwe

, 10.08.2010
Wachstumsbranche "Computerspiel-Entwicklung"

Die Entwickler von Z-Software um Andreas Heldt (Mitte) tüfteln am neuen Xbox-Spiel »Solar Struggle«.

Nur die an Gelenken und wichtigen anderen Punkten angebrachten Reflektoren sowie das Material unterscheiden den Motion-Capture-Anzug von der Neopren-Variante. „Motion Capturing“: Das bedeutet, mittels optischer Kamera- und Computertechnologie menschliche Bewegungen in Computer-Grafik umzuwandeln. 

Die Technik, die häufig für Computerspiele zum Einsatz kommt, ist eine der Spezialitäten der jungen Firma „Z-Software“ aus Eichlinghofen. Der 2008 gegründete Betrieb entwickelt Spiele für PC und Xbox. Anfang des Jahres erschien der weltweit erste Handball-Simulator, „und in wenigen Wochen veröffentlichen wir Solar Struggle – ein Weltraum-Action-Spiel“, verrät Geschäftsführer Andreas Heldt. Zwar ist Z-Software einer der sehr wenigen Anbieter der Motion- Capturing-Technologie in NRW und einer der wenigen Vollzeit-Spieleentwickler in der Umgebung – im Bereich der digitalen Kreativwirtschaft, die weltweit als eine der größten Wachstumsbranchen gilt, hat Dortmund allerdings großes Potenzial. Das zeigt ein Blick auf die Zahlen der Dortmunder Wirtschaftsförderung. Etwa 460 Unternehmen seien im kreativen IT-Sektor tätig, sagt Sylvia Tiews, die den noch jungen Wirtschaftszweig seit einigen Jahren beobachtet.

Alle 819 hier ansässigen IT-Unternehmen beschäftigen zusammen etwa 12 800 sozialversicherungspflichtige Angestellte. „Die Entwickler-Branche in Deutschland ist relativ klein. Hier sind allerdings viele Zulieferer angesiedelt, die beispielsweise Illustrationen oder Musik beisteuern“, erläutert Tiews weiter. Um diese Firmen stärker zu vernetzen, sei nun in Mülheim die „Games Development Initiative“ mit EU-Mitteln gestartet. Auch Dortmund ist bei dem Projekt an der dort ansässigen „Games Factory“ Partner – womöglich wird deswegen Z-Software ebenfalls profitieren.  

„Wir haben darüber gesprochen, dort unsere Motion-Capture-Anlage zu installieren. Bisher bauen wir sie nur für Aufträge auf“, sagt Heldt. Für Vernetzung sorgt das fünf Mitarbeiter starke Unternehmen allerdings auch selbst: mit einem Koordinierungstreffen für Spieleentwickler, das Z-Software alle drei Monate in Düsseldorf organisiert. Das nächste findet am 12. Oktober statt.

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