Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Warum starb der Polizist Benjamin Brekau?

G 8-Gipfel

Am Abend des 8. Juni 2007, des letzten G 8-Gipfeltags in Heiligendamm, stürzte der Dortmunder Polizist Benjamin Brekau aus einem Mannschaftswagen. Drei Tage später erlag er den Kopfverletzungen. Seine Eltern fragen bis heute: Wie konnte es dazu kommen?

DORTMUND

von Von Arne Niehörster

, 25.08.2010

Eine Antwort haben die Eltern, Ilona und Ingo Meyer, bis zum heutigen Tag nicht bekommen. Doch sie machen weiter, seit mehr als drei Jahren, und wollen wissen, warum ihr Sohn sterben musste: „Benny hat es verdient, dass wir das weiterverfolgen.“ Bereits im Dezember 2007 hatte das Amtsgericht Güstrow (bei Rostock) die damals 26-jährige Fahrerin des Mannschaftswagens vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. „So ein Verfahren einzustellen, weil kein dringender Tatverdacht besteht – das kann es doch nicht sein“, sagt Vater Ingo (53), selbst bei der Polizei als Drogenfahnder im Dienst. Mit der Aussage, sein Sohn sei da einfach rausgefallen, gibt sich Ingo Meyer nicht zufrieden. „Schleppende“ Ermittlungen erkannte auch die Staatsanwaltschaft Rostock nach dem Unfall. Brekaus Kollegen aus dem Transporter wurden erst 13 Tage nach dem Unfall vernommen. „Da wurde einiges unnötig in die Länge gezogen“, sagt Oberstaatsanwalt Peter Lückemann. Staatsanwaltschaft und Familie Meyer als Nebenkläger gingen in Berufung. Mit Erfolg. Das Landgericht Rostock rollt den „Fall Brekau“ wieder auf. „Mir geht es nicht darum, dass die Fahrerin bestraft wird. Das wäre dann wahrscheinlich eh nur eine Geldstrafe“, sagt Ingo Meyer. Benjamins Eltern wollen die Wahrheit: „Die Fahrerin soll sagen, was wirklich passiert ist.“ Schließlich gäbe es auch Hinweise auf eine „zumindest verbale“ Auseinandersetzung im Mannschaftswagen. Doch der Illusion, dass die Beteiligten jetzt wahrheitsgetreue Aussagen machen werden, um alles lückenlos aufzuklären, erliegt Ingo Meyer nicht.   „Da ist doch schon so viel Zeit vergangen.“ Er kann nur hoffen. „Immerhin kommen die Fakten noch einmal auf den Tisch.“ Am 26. August steht der erste Verhandlungstag an.

Lesen Sie jetzt