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Was Demos für Pflegedienste und Händler bedeuten

Umsatzeinbußen

Busse und Bahnen fahren nicht mehr im Takt. Straßen sind gesperrt. Die Folge: Pflegedienste erreichen ihre Patienten nur schlecht. Und Einzelhändler klagen über Umsatzeinbußen. Große Demonstrationen beeinträchtigen das öffentliche Leben in einer Stadt - wir erklären, welche Folgen das haben kann.

DORTMUND

, 12.10.2016
Was Demos für Pflegedienste und Händler bedeuten

Am Samstag fand eine Hooligan-Demonstration in Dortmund statt.

Anruf bei Cornelia Münstermann vom Pflegedienst "Zuhause auf Zack". Das 25er-Team vom Rheinlanddamm 101 versorgt viele Patienten im Saarlandstraßen- und im Kaiserstraßenviertel, teilweise auch rund um die Uhr. Ein Aufmarsch von der Dimension, wie er am Samstag bei der Hooligandemonstration zu befürchten gewesen wäre, sei wegen der Verspätungen des Pflegepersonals "äußerst unangenehm für die Patienten".

Die Pflegedienstleiterin: "Unsere Insulin-Patienten warten darauf, dass wir sie pünktlich um 17.30 Uhr mit dem Medikament versorgen. Damit sie anschließend ihr Bütterchen essen können. Ohne Insulin können sie in Gefahr geraten." Das "Zuhause auf Zack"-Team versorgt auch Kehlkopfkrebs-Patienten, bei denen eine Kanüle permanent Schleim abtransportiert. "Erreichen wir diese Patienten nicht zeitig, ist das sehr unangenehm für sie."

Patienten liegen im eigenen Kot

Gleiches gelte für Patienten, die bettlägerig sind, im Rollstuhl sitzen und sich nicht selbst waschen können. "Sie nässen sich ein und sitzen im eigenen Kot. Da versinkt die Menschenwürde mit jeder verstrichenen Minute im Minusbereich, wenn sie auf uns warten müssen", sagt Cornelia Münstermann.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Hooligan-Demo neben dem Dortmunder Hauptbahnhof

In der Bahnhofstraße neben dem Dortmunder Hauptbahnhof demonstrieren am Samstag Hooligans bei einer Standkundgebung. Einen Aufmarsch durch die Innenstadt hatte das Oberverwaltungsgericht Münster in letzter Instanz untersagt. 2000 Polizisten sind in Dortmund im Einsatz.
08.10.2016
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Viel Polizei vor dem Dortmunder Hauptbahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Der Königswall am Hauptbahnhof: die Straße ist gesperrt. Mit vielen Kräften will die Polizei Konflikte zwischen Hooligans und Nazigegnern verhindern. Busse können den Bereich zur Zeit passieren.© Foto: Peter Bandermann
Der Bereich an der Bahnhofstraße ist dicht abgeriegelt. So will die Polizei Konfrontationen verhindern.© Foto: Peter Bandermann
Auf der Bahnhofstraße: Die Strahlrohre eines Wasserwerfer sind auf die Kundgebungsfläche der Hooligans ausgerichtet.© Foto: Peter Bandermann
Der öffentliche Nahverkehr ist gegen 13 Uhr nicht beeinträchtigt, mit wenigen Ausnahmen.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei zeigte am Samstag massive Präsenz in Dortmund. © Foto: Peter Bandermann
Polizeifarzeuge vor dem Dortmunder Hauptbahnhof.© Foto: Peter Bandermann
2000 Polizisten sind in Dortmund im Einsatz.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei bewältigte einen Großeinsatz mit 2000 Einsatzkräften und viel Material.© Foto: Peter Bandermann
Ein Räumfahrzeug der Polizei steht auf der Brinkhoffstraße am Dortmunder U bereit.© Foto: Peter Bandermann
Ein Wasserwerfer der Polizei auf der Brinkhoffstraße.© Foto: Peter Bandermann
Die Hooligans dürfen unter dem Harenberg-Hochhaus neben dem Hauptbahnhof eine Standkundgebung abhalten.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei hat Kontrollstellen aufgebaut: in diesen Zelten werden Personen auf verbotene Gegenstände untersucht.© Foto: Peter Bandermann
In einer langen Schlange mussten Hooligans und Neonazis vor Kontrollzelten auf Einlass und Durchsuchungen warten.© Foto: Peter Bandermann
Auch ein Teilnehmer der Hooligan-Demonstration.© Foto: Peter Bandermann
Diese Nazis hatten Spaß daran, fotografiert zu werden.© Foto: Peter Bandermann
In Dortmund versammelte sich die Hardcore-Hooligan- und Nazi-Szene.© Foto: Peter Bandermann
Reiterstaffel der Polizei auf dem Königswall.© Foto: Peter Bandermann
Rednerin Tatjana Festerling bei der hooligan-Demonstration in Dortmund.© Foto: Peter Bandermann
Eine Reiterstaffel der Polizei auf dem Königswall.© Foto: Peter Bandermann
Am Samstag fand eine Hooligan-Demonstration in Dortmund statt.© Foto: Peter Bandermann
Die Bahnhofstraße in Dortmund: ein Wasserwerfer der Polizei ist auf die Fläche der Kundgebung ausgerichtet. Auch Räumfahrzeuge stehen bereit.© Foto: Peter Bandermann
Auf der Kampstraße startete am Mittag eine Demonstration von Nazigegnern.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Kampstraße an der Reinoldikirche.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf den Königswall in der Dortmunder Innenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf den Königswall.© Foto: Peter Bandermann
Polizei vor der Katharinentreppe am Hauptbahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf den Königswall: Kein Durchkommen für Autos.© Foto: Peter Bandermann
Der Königswall ist gesperrt - ein Linienbus darf durchfahren.© Foto: Peter Bandermann
Erste Kontrollen vor der Bahnhofstraße. Ein Polizist überprüft ein Transparent.© Foto: Peter Bandermann
Schlagworte Innenstadt

Viele Jahre arbeitete auch Brigitte Hagedorn (65) aus Mengede in der Hauskrankenpflege. Die Folgen von Demonstrationen mit langen Straßensperren seien für diese Patienten unerträglich. Brigitte Hagedorn: "Ich denke da an die Krebspatienten, die ohne Schmerzmittel die Wände hochgehen."

Kunden bleiben weg

Branchenwechsel: "Schon die Ankündigung einer Demonstration reicht aus, dass die Kunden wegbleiben", sagt Claudia Branz, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Kaiserstraße. Mit Demos sei es so: Kaum sei der Termin öffentlich, veränderten die Kunden ihr Einkaufsverhalten. Zum Leidwesen der Händler, deren Geschäft in der Nähe der Demo-Route liegt. Claudia Branz’ Wunsch: "Jeder soll das Recht haben, seine Meinung äußern zu können. Aber die Kunden müssen auch frei einkaufen können.