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Blumenfahnen sind ein echter Hingucker

Dortmunderin fertigt Stoffblüten für die Landesgartenschau

Seit zehn Jahren verkauft Kerstin Föllmann aus Dortmund-Kirchlinde Blumenfahnen aus Satin: zunächst auf Gartenmärkten, später auch über ihre Internetseite. Für die Märkte ist in diesem Sommer aber keine Zeit.

Kirchlinde

, 10.06.2018
Blumenfahnen sind ein echter Hingucker

Die Blumenfahnen, die die Kirchlinderin Kerstin Föllmann fertigt, sind die Stars der Landesgartenschau im Osnabrücker Land. © Stephan Schütze

Hoch über dem Gartentor an der Heribertstraße bewegen sich große fliederfarbene Blüten meterhoch im Wind. Ein Anblick mit Symbolwert. Denn als Kerstin Föllmann vor zehn Jahren die ersten Blüten gebastelt hatte, um ihrem Garten einen weiteren Akzent zu verleihen, schellten die ersten Passanten. Die Spaziergänger wollten wissen, wo es so etwas Schönes zu kaufen gibt.

Handgearbeitete Unikate

„Heute ist die Nachfrage so groß, dass ich das kaum schaffe“, erzählt die gelernte Gärtnerin. Das liegt nicht an den Gartenmärkten im Westfalenpark oder auf Schloss Luntenbeck. Und auch nicht an der Gartenflair auf Schloss Bodelschwingh, wo ihr der Verkauf der drei und vier Meter hohen Hingucker neue Kunden erschlossen haben – sondern an der diesjährigen Landesgartenschau in Bad Iburg.

Längst sind die handgearbeiteten Unikate aus Satin ein geschütztes Geschmacksmuster und weltweit einzigartig. Herstellung und Vertrieb liefen auch in den vergangenen Jahren schon gut, waren aber im Nebenerwerb mit der Teilzeitbeschäftigung im Postverteilzentrum gut zu schaffen.

Deko für die Landesgartenschau in Iburg

Dann entdeckte auch Susanne Bentrup, eine Blumenhändlerin aus Bad Iburg, den markanten Gartenschmuck im Internet – genau die richtige Deko für ihre „Blumenwerkstatt“ anlässlich der Landesgartenschau in der Stadt im Osnabrücker Land. Die Blütenpracht aus Stoff hat sich auch dort ausgebreitet: Mehr als 200 Blumenfahnen wehen in Bad Iburg: vor weiteren Geschäften, in privaten Gärten und auch auf dem Gelände der Landesgartenschau.

„Sie sind ein Blickfang und sehen einladend aus“, sagt Anna-Magdalena Bilski im Gespräch mit dieser Zeitung. „Sie spiegeln das Thema der Landesgartenschau auf eine sehr leichte Art und Weise wider“, erklärt die Leiterin der Tourismus-Information Bad Iburg.

143 verschiedene Blüten sind im Angebot

„Neben unseren Stelen haben sich die Blumenfahnen zu einem Markenzeichen der Schau entwickelt.“ Und über Blumenhändlerin Susanne Bentrup erreichen Kerstin Föllmann täglich neue Anfragen und Bestellungen.

Die Auswahl ist groß: 143 verschiedene Blüten bietet die Kirchlinderin mittlerweile an – vom Schneeglöckchen über die Sonnenblume bis hin zur Rose. In einer Vitrine im Arbeitszimmer stapeln sich die Stoffballen für die Blüten in vielerlei Farben. Neben einem der beiden großen Arbeitstische stehen breite Rollen mit grünem Satin. Aus den drei bis vier Meter langen, konisch zulaufenden Bahnen entstehen die „Stengel“. Genauer gesagt: die Verkleidung der Teleskopstangen und Bodenanker, die die farbenprächtigen Blüten halten und weithin sichtbar machen.

Satin-Blumen werden aus dem Wohnzimmer versendet

Die langen Stoffbahnen lässt Kerstin Föllmann in der Werkstatt über den Teichen in Obereving herstellen. „Die Bahnen sind so lang, das wäre hier zu umständlich“, erklärt sie. Einmal wöchentlich kommt ein Paket in die Heribertstraße. In einem Reihenendhaus fertigt die Kunsthandwerkerin die Blüten und macht die Feinarbeit an den Stengeln.

Die Nachfrage ist so groß, dass ihre Zwillingsschwester einen Teil der Blütenblätter näht. Die Bodenanker fertigt Kunstschmied Leo Pira aus Unna. Mit den drei Stunden, die jede Blumenfahne in der Herstellung benötigt, ist es noch nicht getan.

Der Versand erfolgt in 1,20 Meter langen Kartons aus dem Wohnzimmer heraus. Hierbei, wie auch bei der Rechnungserstellung, hilft Ehemann Wolfram – von Beruf Toxikologe. Rund drei Wochen Lieferzeit hat Kerstin Föllmann zurzeit. Vorbei die Zeit, als sie für die Gartenmärkte im Sommer immer 60 Blüten auf Vorrat hatte und auch kurzfristige Bestellungen erfüllen konnte. Die Kunden nehmen es offenbar gelassen – für das Unikat einer Blumenfahne, „Made in Kirchlinde“.

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