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„Wegebau“-Programm der Arbeitsagentur bietet Chance für Unternehmen und Personal

Mehr Fachkräfte

Es ist eine besondere Ausbildung, die Tristan Preuß im Seniorenhaus Vinzenz macht. Er bekommt weiterhin sein volles Gehalt. Ermöglicht wird das durch in Programm gegen den Fachkräftemangel.

Dortmund

, 06.09.2018
„Wegebau“-Programm der Arbeitsagentur bietet Chance für Unternehmen und Personal

Martina Würker (l.) und Helena Haupt (2. v. r.) arbeiten zusammen und bieten den Mitarbeitern des Seniorenhauses Vinzenz das Wegebau-Programm an. © Marén Carle

Tristan Preuß ist einer von Sieben: Er macht eine ganz besondere Ausbildung im Dorstfelder Seniorenhaus Vinzenz, Vogelpothsweg 17. Bereits seit August 2017 ist der 32-Jährige dort als Pflegehelfer beschäftigt. Jetzt möchte Preuß sich neu qualifizieren und begann am 1. April eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegefachkraft.

Als Helena Haupt, Pflegedienstleiterin im Seniorenhaus Vinzenz, Preuß den Vorschlag machte, eine Ausbildung zu starten, hatte der zunächst Bedenken: „Ich bin jetzt 32 Jahre alt und muss eine eigene Wohnung und meinen sonstigen Lebensunterhalt finanzieren, da komme ich mit einem Ausbildungsgehalt von 600 Euro nicht klar.“

Dank des Projektes „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer/innen Unternehmen“ (WeGebAU) bekommt Tristan Preuß sein normales Gehalt jetzt weiterhin, auch während der Ausbildung. „Wir begrüßen das Projekt sehr“, betont Helena Haupt.

Gewinn für Unternehmen und Personal

Das Projekt sei eine Win-Win-Situation: Zum einen lasse sich damit das große Problem des Fachkräftemangels angehen, zum anderen bekommen auch Leute über 30 noch die Chance, eine Ausbildung bei gleicher Bezahlung wie zuvor im Beruf zu machen. „Erwachsene, insbesondere Eltern, haben höhere Ausgaben und andere Verpflichtungen als Jugendliche. Mit dem Programm können wir auch ihnen die Möglichkeit bieten, noch eine Ausbildung zumachen“, so Haupt.

Angeboten wird das Wegebau-Programm von der Agentur für Arbeit. „Es ist ein Projekt, das uns sehr am Herzen liegt. Wir bauen für Beschäftigte durch Weiterbildung einen Weg zu einem sicheren Arbeitsplatz und für das Unternehmen einen Weg zu qualifiziertem Personal“, so die Chefin der Dortmunder Arbeitsagentur Martina Würker: „Das Ziel sind 88 Qualifizierungen, 1,5 Millionen Euro haben wir bereitgestellt.“

Bisher sei das Budget jedoch noch nicht voll ausgeschöpft: „Wir wünschen uns, dass noch viel mehr Betriebe das Angebot wahrnehmen.“ Im Seniorenhaus Vinzenz wurden in den vergangenen vier Jahren sieben Pflegehelfer im Alter zwischen 31 und 51 Jahren zu examinierten Altenpflegekräften weitergebildet.

Als Ansporn gibt es noch einen Bonus: „Wer ein Zeugnis mit guten Noten vorzeigt, bekommt zusätzliches Gehalt“, erklärt Haupt.

Gesicherte Zukunft für beide Seiten

Tristan Preuß startete 2017 ohne Ausbildung als Pflegehelfer: „Ich habe nach der Schule mal den Job und mal jenen Job gemacht, aber nichts Wirkliches. 2012 wurde meine Mutter dann von heute auf morgen zum Pflegefall. Meine Schwester ist schon länger in dem Beruf und wusste meiner Mutter zu helfen, ich musste auch mit anpacken, hatte aber gar keine Ahnung.“

Nach anfänglichen Berührungsängsten habe es immer besser geklappt: „Ich habe immer gedacht, dass man in dem Beruf hauptsächlich Fäkalien beseitigen muss, aber das ist nur ein ganz kleiner Teil des Jobs. Irgendwann dachte ich mir, warum das nicht auch beruflich machen, was ich den ganzen Tag zu Hause mache?“ Dank der Ausbildung habe er jetzt eine gesicherte Zukunft. „Das ist eine riesen Chance für mich“, so Preuß.

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Das Programm richtet sich vorrangig an geringqualifizierte Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen. Weitere Informationen zu dem Förderprogramm der Agentur für Arbeit gibt es unter dortmund.arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder unter Tel. 0800 455 5520.
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