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Zahnärzten fehlen Patienten

Die heimischen Zahnärzte schlagen Alarm: Viele Praxen in der Westfalenmetropole blieben in diesem Jahr zu häufig leer.

18.12.2007

Zahnärzten fehlen Patienten

Der Rückgang sei gravierend, sagt Dr. med. Bernd Walter (Foto), Vorstandsmitglied des Dortmunder Zahnärztevereins (dozv). Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind spürbar: Zahlreiche Mitarbeiter wurden entlassen; zudem stehe ein weiterer Stellenabbau an, malt der dozv den Teufel an die Wand.

Der Begriff Gesundheitsreform ist dabei aus Vereinssicht irreführend, handelt es sich hier doch um eine reine Kostenreform. In den Praxen hören die Zahnärzte von ihren Patienten nur Klagen. Vieles sei teurer geworden oder nicht mehr erhältlich. Die zehn Euro Praxisgebühr pro Quartal und die zum Teil deutlich erhöhten Zuzahlungen hätten dazu geführt, dass die Patienten die Zahnarztpraxen immer seltener aufsuchten.

Manche Patienten versuchten krampfhaft, alle Untersuchungen in einem Quartal abzuwickeln, um Praxisgebühren einzusparen. Dies führe zu Konflikten zwischen Arzt und Patient und einer ungleichmäßigen Auslastung der Praxen sowie zu verlängerten Wartezeiten.

Auch die Zahnärzte und ihre Mitarbeiter zählen sich zu den Verlierern der Reformen im Gesundheitswesen. Die Gewinnerwartung der rund 260 Praxen mit ihren fast 2200 Angestellten sinke beständig. Das spüren nicht nur die rund 330 Dortmunder Zahnärzte, von denen rund 220 im dozv organisiert sind. Eine unmittelbare Auswirkung dieser sich verschlechternden Rahmenbedingungen ist auch der Rückgang der Ausbildungsplätze. Während in Dortmund im Jahr 2005 noch 116 Zahnarzthelferinnen ausgebildet wurden und 2006 noch 109, so sind es in diesem Jahr gerade mal 85.

Aus Sicht des dozv ist der von der Politik eingeschlagene Weg der einseitigen Kostenreduktion nicht Erfolg versprechend. "Sinnvoll erscheint eine klar umschriebene Grundleistung, die alle Versicherten erhalten und die für die Gesellschaft finanziell tragbar ist. Gleichzeitig muss aber für Patienten der ungehinderte Zugang zu einer besseren Versorgung und zu einer Spitzenmedizin offen stehen", fordert Walter vom Gesetzgeber. ar

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