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Dramatik in Sanremo: Schwere Stürze, Nibali überrascht

Sanremo. Schwere Stürze von Greipel und Cavendish, ein Überraschungssieg von Nibali: Die 109. Auflage des Frühjahrs-Klassikers Mailand-Sanremo hatte es in sich.

Dramatik in Sanremo: Schwere Stürze, Nibali überrascht

Vicenzo Nibali gewann den Frühjahrs-Klassiker Mailand-San Remo. Foto: Koen Van Weel

Vincenzo Nibali erfüllte sich an der italienischen Riviera einen Kindheitstraum, für André Greipel und Mark Cavendish endete die Fahrt in den Frühling mit schweren Stürzen.

Während der italienische Rundfahrt-Spezialist Nibali über seinen Triumph beim Rad-Klassiker Mailand-Sanremo jubelte, dürfte die Frühjahrssaison für den dreimaligen deutschen Meister Greipel nach einer Schlüsselbein-OP gelaufen sein. Der 35-Jährige war auf der Abfahrt vom Poggio drei Kilometer vor dem Ziel auf der Via Roma gestürzt.

Mit einer Zwangspause muss auch Ex-Weltmeister Mark Cavendish rechnen. Der Brite stürzte zum dritten Mal in der noch jungen Saison und zog sich nach Mitteilung seines Teams wie zuletzt bei der Fernfahrt Tirreno-Adriatico erneut einen Rippenbruch zu. Cavendish war in voller Fahrt auf eine Verkehrsinsel in der Straßenmitte geprallt, flog in hohem Bogen über den Lenker und landete mit dem Rücken auf den Asphalt.

Nibali, einer der wenigen Radprofis mit Siegen bei der Tour de France, dem Giro d'Italia und der Vuelta in Spanien, hatte es den Topfavoriten Peter Sagan (Slowakei) und Vorjahressieger Michal Kwiatkowski (Polen) auch auf Klassiker-Terrain gezeigt. Nach einer mutigen Attacke kurz vor dem Gipfel der Schlusssteigung auf den nur 160 Meter hohen Pioggio gewann der 33 Jahre alte Italiener als Solist vor dem Australier Caleb Ewen.

Nibali hatte der erbitterten Verfolgungsjagd auf den letzten 6,5 Kilometern standgehalten und rettete wenige Meter Vorsprung ins Ziel. Er hatte sogar noch Zeit, sich zum ausgiebigen Jubel aufzurichten. Als bislang letztem Italiener war Filippo Pozzato dieser prestigeträchtige Sieg 2006 geglückt. Nibali, 2012 in Sanremo schon einmal Dritter, sprach hinterher von einem erfüllten Kindheitstraum.

Selbst der enttäuschte Bora-hansgrohe-Kapitän Sagan, der nach 294 Kilometern auf Rang sechs landete, zollte seinem früheren Teamkollegen Nibali Respekt: „Er hat es verdient. Keiner von uns hatte ein Mittel gegen seine Attacke.“ Sagan hatte bei der vergangenen Tour de France mit einer - unbeabsichtigten - Welle im Schlussspurt in Vittel mit dafür gesorgt, dass Cavendish mit schweren Verletzungen schon nach vier Etappen aufgeben musste.

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