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Dreistigkeit mit zwei Jahren Haft bestraft

WITTEN Zwei Jahre Haft - ausgesetzt zur Bewährung - verhängte das Schöffengericht wegen dreister Beihilfe zu einer Reihe von Betrügereien. Zusätzlich gab es eine Geldstrafe von 1000 Euro.

von Von Ingrid Piela

, 02.12.2007

„Das ist nicht zu überbieten an Dreistigkeit.“ Richtig sauer war der Vorsitzende des Schöffengerichts Bernd Grewer bei der Urteilsbegründung. Und während der Angeklagte zuvor noch abfällig den Kopf geschüttelt hatte, hörte er jetzt aufmerksam zu, wie der Richter die zwei Jahre auf Bewährung wegen Beihilfe zu gewerbsmäßigen, bandenmäßigen Betrug und Urkundenfälschung begründete.

Hatte es zu Beginn des Verfahrens noch ausgesehen, als „drehe er ein großes Rad mit“, relativierte sich dies im Laufe der dreitägigen Beweisaufnahme.

Der 29jährige aus Herne hatte etliche Taten einiger „großer Fische“ gefördert, indem er für betrügerische Autofinanzierungen Kunden vermittelte und Doppelkarten aushändigte.

Auch Zahlungsbelege für Provisionen waren auf seinen Namen ausgestellt worden, weshalb das Gericht überzeugt war, dass dem Angeklagten klar war, dass er betrügerisch und bandenmäßig Unterstützung geleistet hatte.

Nicht alles nachweisbar

Elf Fälle wurden ihm letztlich vorgeworfen, wobei Richter Bernd Grewer keinen Zweifel daran ließ, dass es mehr waren, die man aber nicht nachweisen konnte.

Eine Nutznießerin der Betrügereien war auch die Ehefrau des Angeklagten, für die ein BMW besorgt werden sollte. Die vorzulegende Gehaltsbescheinigung war gefälscht, weshalb die Finanzierungsbank den Antrag ablehnte.

Woher kam das Geld?

Das hielt die Betrüger nicht ab, bei einer anderen Bank einen neuen Antrag zu stellen. was der Richter dreist fand.

Die Strafe setzte er dennoch zur Bewährung aus, weil es in neun Fällen beim Versuch geblieben und kein Schaden entstanden war. Auch hatte er erstmals Bekanntschaft mit der Untersuchungshaft gemacht.

Dass der 29-jährige aufgrund Arbeitslosigkeit nicht viel Geld habe, ließ das Gericht nicht gelten und gab ihm noch eine Geldstrafe von 1000 Euro mit auf den Weg.

Richter Bernd Grewer: „Das Gericht hat gute Indizien, dass genug Geld vorhanden ist!“ Schließlich hatte der Angeklagte mehrere Autos auf seinen Namen angemeldet und zusätzlich zum Pflichtverteidiger einen zweiten Rechtsanwalt angeheuert.