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Drogenhandel: Aus Geldstrafe wird Haft auf Bewährung

Schöffengericht

Gut verkaufen konnte sich der 29-jährige Angeklagte nicht: Beharrlich stritt der Wittener am Dienstag vor dem Schöffengericht ab, mit Rauschgift gehandelt zu haben. Doch nicht das war es, was ihm eine fünfmonatige Haftstrafe zur Bewährung anstelle der von der Staatsanwaltschaft geforderten Geldstrafe von 750 Euro einbrachte.

WITTEN

von Von Andreas Tietz

, 22.05.2012

Seine Freunde würden auch alle Haschisch rauchen, versuchte er seinen eigenen Konsum zu rechtfertigen. Dem Angeklagten fehle jedes Problembewusstsein, konstatierte daraufhin der Vorsitzende Richter Bernd Grewer. Eine Bewährung biete mehr Möglichkeiten, den 29-Jährigen „wieder auf die Spur zu setzen“. Im April 2011 war der Wittener mit zwei weiteren Männern auf der Stockumer Straße einer Zivilstreife der Polizei aufgefallen, weil die drei häufig stehen blieben und sich umsahen.

Daraufhin kontrollierten die Beamten die Männer und fanden bei einem von ihnen ein Butterfly-Messer und eine Tüte mit einem Gramm Marihuana. Bei einem anderen, dem Angeklagten, gleich acht davon. Der dritte hatte keine verbotenen Gegenstände bei sich. Der Mann mit dem Messer gab an, er habe das Rauschgift kurz zuvor von dem Angeklagten erworben. Auch habe er bereits in der Vergangenheit bei zwei oder drei Gelegenheiten von ihm gekauft.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei bei dem Angeklagten zahlreiche Klemmverschlusstüten und so genannte „Verkaufslisten“, jedoch kein weiteres dealertypisches Zubehör zum Portionieren, so dass das Gericht keine Gewerbsmäßigkeit annahm und der Version des Angeklagten folgte: Der hatte erklärt, er habe eine größere Summe bei einem Glücksspiel gewonnen und sich von dem Geld eine Spielekonsole sowie das bei ihm aufgefundene Marihuana gekauft. Nur weiterverkauft, darauf bestand er trotz mehrerer Appelle an seine Einsicht, habe er die Drogen nicht. Das Gericht setzte die fünfmonatige Haftstrafe auf drei Jahre zur Bewährung aus und machte dem Angeklagten die Ableistung von 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit zur Auflage. Außerdem muss er eine Drogentherapie beginnen.