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Konunktursorgen

Düstere Nachrichten aus Spanien belasten die Märkte

Frankfurt/Madrid Konjunktursorgen im Euroraum und die eskalierenden Geldprobleme Spaniens lassen die Märkte zittern. Nach kurzem Hoffnungsschimmer rutschten die europäischen Börsen am Dienstag erneut ab.

Düstere Nachrichten aus Spanien belasten die Märkte

Das von Schulden geplagte Spanien hat Probleme bei der Beschaffung von frischem Geld. Foto: Deutsche Bundesbank

Erstmals räumte die Regierung in Madrid offiziell massive Schwierigkeiten bei der Geldbeschaffung ein. «Die Tür zu den Märkten steht uns derzeit nicht offen», sagte Spaniens Finanzminister Cristóbal Montoro dem Radiosender Onda Cero. Er rief die EU-Institutionen eindringlich zum Handeln auf. «Die Zukunft des Euro steht auf dem Spiel.»

Zunächst hatte die Ankündigung einer Telefonkonferenz der G7-Staaten und Notenbankchefs an den Märkten die Zuversicht genährt, dass ein gemeinsames Vorgehen gegen die Schuldenkrise und die abflauende Konjunktur möglich sei.

Brüssel dämpfte jedoch die Erwartungen. Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, die Europäer wollten über ihre Antworten auf die neu aufgeflammte Eurokrise berichten. Es handele sich aber um einen regelmäßigen Dialog. Nach seiner Einschätzung ist die Telefonkonferenz «kein Alarmtreffen». Er räumte ein, dass auch die Probleme des spanischen Bankensektors angeschnitten werden sollen. Spaniens leidet unter den riesigen Kapitallöchern im Bankensystem, speziell bei der Großbank Bankia.

Am deutschen Aktienmarkt fiel der Dax nach einer freundlichen Eröffnung über 6000 Punkten wieder unter diese psychologisch wichtige Marke. Am Vortag war er erstmals seit Januar unter die Schwelle gerutscht. Die Nervosität der Anleger wurde durch negative Konjunkturdaten noch geschürt. Die Wirtschaftsstimmung im Mai war im Euroraum so schlecht wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Zudem waren die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone im April überraschend stark gefallen.

Der Euro brach seine moderate Erholung am Dienstag frühzeitig ab. Die Gemeinschaftswährung fiel am Mittag wieder unter 1,25 Dollar. Händler nannten überwiegend schwache Aktienmärkte in Europa und enttäuschende Konjunkturdaten als Belastung. Ein Dollar war zuletzt 0,8045 Euro wert.

Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, begab sich am Dienstag auf eine Achterbahnfahrt. «Die Sorgen vor einer weltweiten Konjunkturdelle verhindern es, dass sich der Markt wirklich nach oben orientieren kann», sagte ein Marktbeobachter.

Die Rohstoffpreise gerieten weiter unter Druck. Die Ölpreise fielen erneut. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent notierte bei 98,24 US-Dollar. Das waren 62 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 14 Cent auf 83,84 Dollar.

Am Morgen hatten die asiatischen Börsen noch deutliche Erholungstendenzen angedeutet. Laut Händlern profitierten sie von der Hoffnung der Anleger, dass die globalen Notenbanken weitere Schritte unternehmen werden, um das wirtschaftliche Wachstum zu fördern.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auch auf die am Mittwoch stattfindende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie Äußerungen von US-Zentralbankchef Ben Bernanke vor dem wirtschaftlichen Ausschuss des US-Kongresses voraus.

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