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Dunkle Wolken über dem Hundeschlittenrennen Iditarod

Anchorage. Der Wettbewerb Iditarod in Alaska gilt als „Super Bowl“ der Hundeschlittenrennen. Aber er ist zunehmend umstritten - nicht nur wegen der Brutalität der Strecke. Vorwürfe der Tierquälerei, ein Doping-Skandal und Geldmangel überschatten das Rennen der Rennen.

Dunkle Wolken über dem Hundeschlittenrennen Iditarod

Musher Aliy Zirkle und ihre Hunde beim zeremoniellen Start des Iditarod-Hundeschlittenrennens. Foto: Michael Dinneen/FR7726 AP

Beim berühmten Iditarod-Hundeschlittenrennen sind am Wochenende in Anchorage (US-Bundesstaat Alaska) 51 Männer und 16 Frauen gestartet.

Für einen der wohl härtesten Sportwettbewerbe der Welt gibt es zur Freude der Veranstalter diesmal genügend Schnee, um das Rennen erstmals seit 2013 wieder auf der Südroute stattfinden zu lassen. In den vergangenen Jahren musste es auf einer nördlicheren Strecke abgehalten werden, dafür wurde teils Schnee aufgeschüttet.

Allerdings hängen nicht nur Schneewolken über dem Wettbewerb, der oft als „Super Bowl“ des Hundeschlittensports bezeichnet wird. Schon seit Jahren regt das Rennen Tierschützer auf - nun hat ein Dopingskandal um den bereits vierfachen Sieger und Jungstar Dallas Seavey weitere Imageprobleme verursacht. Ein wichtiger Sponsor ist abgesprungen, so dass das Iditarod-Budget samt Preisgeldern gekürzt werden musste. Mehrere Mitglieder im Vorstand sind mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.

Es begann wie jedes Jahr mit einem zeremoniellen Start am ersten Samstag im März: Da machten sich die diesmal 67 Hundeschlittenlenker - die sogenannten Musher - unter dem Jubel von Zuschauern, einigen Tierschützer-Protesten und vor allem dem Gebell ihrer zusammen gut 1000 Schlittenhunde in Anchorage auf die erste Etappe. Sie war noch entspannt: Das eigentliche Rennen beginnt stets einen Tag später im etwa 18 Kilometer entfernten Willow.

Von da an wird es brutal. Der insgesamt zurückzulegende Weg zwischen Anchorage im mittleren Süden Alaskas und Nome an der Beringsee ist ungefähr 1600 Kilometer lang, führt über Bergketten und Eisdecken. Die Südstrecke ist etwa 20 Kilometer länger als die im Norden und gilt als noch rauer als die Nordroute. Wie in anderen Sportarten auch wird das Tempo von Jahr zu Jahr gesteigert, die Besten schaffen es in acht bis neun Tagen an Ziel - manche überhaupt nicht, sie geben vorzeitig auf.

Die Musher beim diesjährigen Rennen kommen aus den USA, Kanada und Norwegen. Die meisten von ihnen sind Veteranen dieser Sportart. So ist auch der inzwischen 58-jährige Mitch Seavey wieder mit dabei. Er hat das Rennen bereits zweimal gewonnen - 2017 als bisher ältester Sieger in der Geschichte der Veranstaltung.

Aber es wird mehr darüber gesprochen, wer nicht dabei ist: Sein 30-jähriger Sohn Dallas. Als er im vorigen Jahr ins Ziel schlitterte, wurden bei Dopingtests an vier seiner Huskies ein verbotenes Schmerzmittel festgestellt. Dallas Seavey hat sich für unschuldig erklärt. Er meint, dass es vermutlich ein „Sabotageakt“ von Tierschützern war, blieb aus Protest gegen die Art und Weise, wie der Iditarod-Vorstand die Untersuchungen handhabte, dem jetzigen Rennen fern.

Die Tierschützer-Proteste haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen, insbesondere seit 2016 der Dokumentarfilm „Sled Dogs“ veröffentlicht wurde. Darin wird den Iditarod-Veranstaltern vorgeworfen, Tierquälerei zu fördern. Die Schlittenhunde würden in kommerziellen Zwingern gehalten, auf beengtem Raum, sie könnten sich kaum frei bewegen und seien oft schutzlos greller Sonne ausgesetzt. Vor allem die radikale Tierschutzorganisation PETA trommelt gegen den Wettbewerb und fordert ein „Rennen ohne Hunde“.

Die Proteste haben bereits in vergangenen Jahren einige Sponsoren abspringen lassen, zuletzt den gewichtigen Geldgeber Wells Fargo - nun wird es finanziell eng. „Das letzte große Rennen“ nennen Freunde des Sports Iditarod stolz - jetzt wachsen Befürchtungen, dass die Tage wirklich gezählt sein könnten.

Iditarod wurde 1973 gegründet. Das Rennen findet in Erinnerung an eine Hundeschlittenexpedition im Jahr 1925 statt, bei der Impfstoff zur Bekämpfung eines Diphtherie-Ausbruchs nach Nome gebracht wurde. Es gibt verschiedene Erklärungen für den Namen Iditarod. Eine davon ist, dass er sich auf einen alten Pfad bezieht, der Goldgräber- und Hafenorte im Norden Alaskas verband.

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