Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Durchsuchungen bei Managern der früheren Sachsen LB

Leipzig (dpa) Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Dienstag wegen Untreueverdachts Wohnungen und Geschäftsräume von fünf ehemaligen Vorstandsmitgliedern der früheren Sachsen LB durchsucht.

Durchsuchungen bei Managern der früheren Sachsen LB

Licht brennt in einzelnen Etagen des Gebäudes der früheren Sachsen Landesbank in Leipzig (Archivbild).

In 28 Objekten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen Hessen und Berlin gab es Aktionen, wie Staatsanwaltschaft Leipzig und Bundeskriminalamt mitteilten. Durchsuchungen habe es auch am Standort der ehemaligen Sachsen LB in Dublin gegeben. Die heutige Sachsen Bank Leipzig bestätigte entsprechende Aktionen in ihren Geschäftsräumen.

Ermittlungen vor dem Hintergrund des Sachsen LB-Skandals laufen bereits seit Oktober 2007. Das Ermittlungsverfahren wird auf Bitten der Leipziger Staatsanwaltschaft durch das Bundeskriminalamt bearbeitet, hieß es. Einzelheiten zu Objekten und Personen gaben die Behörden am Dienstag nicht bekannt. Die Auswertung der Beweismittel, wie Geschäftsunterlagen, Korrespondenz und Computer werde längere Zeit in Anspruch nehmen, hieß es.

Neben des Untreuevorwurfs werden die Ex-Vorstände zudem verdächtigt, die Jahresabschlüsse der einst landeseigenen Bank unrichtig dargestellt zu haben. Hintergrund sind riskante Finanzgeschäfte der irischen Banktochter Sachsen LB Europe. Laut Ermittlungsbehörden hatten die Finanzgeschäfte im zweiten Halbjahr 2007 ein Volumen von 23 Milliarden Euro erreicht. Mit der von den Vorständen mitgetragenen Ausweitung der Geschäfte sei angesichts der beschränkten Eigenkapitalausstattung die Existenz der Bank aufs Spiel gesetzt worden.

Laut Staatsanwaltschaft wurden Marktrisiken und übernommene Haftungen nicht offen in das Risikomanagement und die Jahresabschlüsse der Bank aufgenommen, so dass der Verwaltungsrat nicht rechtzeitig eingreifen konnte. Die Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung hatte in einem Ende Juli von der LWWB veröffentlichten Bericht Fehler im Jahresbericht der Landesbank Sachsen für das Jahr 2006 aufgelistet. Laut Sachsens Finanzministerium deckten sich diese Ergebnisse mit den Resultaten einer Untersuchung der Unternehmensberatung Ernst&Young, die im März veröffentlicht worden waren.

Im Zuge der Krise auf dem US-Immobilienmarkt geriet die Sachsen LB ins Trudeln und stand im August 2007 vor der Pleite. Sie konnte nur durch einen eiligen Verkauf an die Landesbank Baden-Württemberg gerettet werden. Der Freistaat Sachsen bürgt mit 2,75 Milliarden Euro für etwaige Ausfälle. Seit April 2008 ist die Sachsen-Bank eine unselbstständige Anstalt innerhalb der LBBW. Wegen der Vorgänge in der Sachsen LB waren Sachsens Finanzminister Horst Metz und Ministerpräsident Georg Milbradt (beide CDU) zurückgetreten.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Falsche Schufa-Einträge: Wie sich Verbraucher wehren können

Wiesbaden/Berlin (dpa/tmn) Mehr als drei Viertel aller Deutschen sind in der Kartei verzeichnet - und ein falscher Eintrag bei der Schufa in Wiesbaden kann schwere Folgen haben.mehr...

Wirtschaft

Zinsen dürfen von Erfolg bei Fußballturnier abhängig sein

Karlsruhe (dpa) - Banken dürfen für eine Geldanlage mit Zinssätzen werben, die vom Ausgang eines Fußballturniers abhängig sind. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden.mehr...

"Motor für NRW"

Mittelstand investiert zunehmend Geld ins Ausland

NRW Direktinvestitionen nordrhein-westfälischer Unternehmen im Ausland werden in den nächsten 15 Jahren von etwa 350 auf bis zu 650 Milliarden Euro ansteigen. Welche Vorteile das für die Wirtschaft in NRW bringt und worauf sich die Firmen besonders konzentrieren, lesen Sie hier.mehr...

Wirtschaft

Datenklau am Geldautomaten nimmt ab

Frankfurt/Main (dpa) Mit Milliardeninvestitionen haben Banken Plastikgeld sicherer gemacht. Die jüngsten «Skimming»-Zahlen sprechen dafür, dass sich dieser Einsatz bezahlt macht. Auf den Erfolgen ausruhen sollte sich die Branche jedoch nicht.mehr...

Wirtschaft

Eurogruppe ringt um Schulden-Lösung für Athen

Brüssel/Athen (dpa) Griechenlands Schuldenkrise beschäftigt zum Wochenbeginn erneut die Euro-Finanzminister. Die Zeit drängt - für die Regierung in Athen ebenso wie für Banken, deren Kunden immer mehr Geld abziehen.mehr...

Wirtschaft

Medien: EZB erhöht Notkredit-Rahmen für griechische Banken

Frankfurt/Main (dpa) Damit Griechenlands Banken nicht das Geld ausgeht, hat die EZB den Rahmen für ELA-Notkredite nach Medienberichten schon wieder erhöht. Trotzdem dürfte es schon bald wieder eng werden.mehr...