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EGR soll RuhrCongress kaufen

BOCHUM Fast zwei Jahre haben die Pläne geschlummert - jetzt will die Stadt die Eigentumsverhältnisse rund um den RuhrCongress neu ordnen.

von von Joachim Stöwer

, 16.10.2007

Die Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) soll das 2003 fertiggestellte Veranstaltungszentrum für fast 26 Mio. Euro erwerben und in einer Tochter-Gesellschaft weiter führen, das schlägt die Verwaltung erneut vor.

Plus Tiefgarage

Der Eigentümerwechsel war vom Rat der Stadt schon im Januar 2006 avisiert worden, doch hatten bislang steuerliche Probleme (Umsatzsteueroptimierung während einer zehnjährigen Bindungsfrist) die Transaktion verhindert, von der man sich geringere Belastungen verspricht als durch die Mindestgewinnabführung an den Investor, die Kongress- und Veranstaltungszentrum Bochum GmbH & Co. KG (KVZ). Der Kauf soll über einen zinsgünstigen Kredit der heimischen Sparkasse abgewickelt werden.

Zusätzlich empfiehlt die Verwaltung jetzt auch, die Tiefgarage mit 230 Plätzen unter dem RuhrCongress zu erwerben (Kosten 1,8 Mio. Euro). Problem dabei: eine Teilung der Parkplatzareale konnte zwischen KVZ und EGR nicht vereinbart werden, weil dadurch wesentliche Betriebseinrichtungen des Renaissance-Hotels in das Eigentum der EGR-Gesellschaft übergehen würden. Deshalb strebt man die Bildung von Teileigentum an.

"Fass ohne Boden"

Ob die Stadt durch diese Transaktion tatsächlich Geld sparen wird (knapp 50 000 Euro im Jahr), haben Linke und Soziale Liste in Frage gestellt. "Die Belastungen aus Zinszahlungen und die Aufwendungen für die notwendige Bauunterhaltung werden deutlich zu niedrig angesetzt", hatte Uwe Vorberg kritisiert und zusätzliche Belastungen - trotz der Niedrigzinsphase - in Höhe von 1,2 Mio. Euro pro Jahr ausgerechnet: "das ist ein schlechtes Geschäft".

Die Soziale Liste hält das Betreiben des RuhrCongress ohnehin für ein gewaltiges Verlustgeschäft - "ein Fass ohne Boden", kommentiert der Sprecher Günter Gleising die jährliche Verlustabdeckung von über zwei Mio. Euro im Jahr: "Diese Zahlen sind ein Beleg für die mangelnde Seriosität der Finanzierung für Bochumer Prestige-Objekte.