Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

E.ON muss sich von Stromnetz trennen

Brüssel/Düsseldorf (dpa) Durch den geplanten Verkauf seines Hochspannungsnetzes entgeht der Energieriese E.ON einer drohenden milliardenschwere Geldbuße der EU-Kommission.

E.ON muss sich von Stromnetz trennen

Neben E.ON will auch Vattenfall sein Hochspannungsnetz verkaufen.

Das Kartellverfahren gegen den Düsseldorfer Konzern sei eingestellt worden, teilte die Behörde am Mittwoch in Brüssel mit. Das Angebot des Unternehmens, sich von seinem Stromnetz zu trennen, wurde akzeptiert. E.ON- Vorstandschef Wulf Bernotat hatte im Februar 2008 überraschend den Verkauf des Stromnetzes vorgeschlagen, um den Kartellstreit mit Brüssel beizulegen. Teil des Angebots ist auch, Kraftwerksleistung von 4800 Megawatt (MW) zu verkaufen.

E.ON begrüßte den Beschluss der EU-Kartellwächter. Die geplanten Verkäufe seien «wettbewerbsfördernde Maßnahmen». Das Unternehmen könne jetzt den Prozess der Abgabe von Kraftwerkskapazitäten und vom Hochspannungsnetz innerhalb der vorgegebenen Fristen beginnen, hieß es in einer Pressemitteilung. Für den Teil-Verkauf der Kraftwerke und des Hochspannungsnetzes mit einer Länge von 10 000 Kilometern hat E.ON jetzt Zeit bis Ende kommenden Jahres beziehungsweise bis Ende 2010.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten das Verfahren wegen des Verdachts eingeleitet, das Unternehmen nutze seine marktbeherrschende Stellung aus, um die Preise in die Höhe zu treiben und Wettbewerber abzuschrecken. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes will schon lange mit der Trennung von Stromerzeugung und Netzen für mehr Wettbewerb sorgen. Die Bundesregierung ist gegen eine eigentumsrechtliche Zerschlagung der Konzerne. Das Vorgehen von E.ON hatte Berlin deswegen düpiert.

Neben E.ON will auch Vattenfall sein Hochspannungsnetz verkaufen, befindet sich nach Angaben eines Sprechers aber nach wie vor in der Prüfphase. Der Verkaufsprozess sei eingeleitet worden, und es lägen dem Unternehmen bereits Angebote vor. Bei E.ON sollen sich ebenfalls schon zahlreiche Bewerber gemeldet habe. Die beiden Wettbewerber RWE und EnBW wollen dagegen ihre Netze behalten. Einen Verkauf des Stromnetzes an einen Wettbewerber schließt E.ON aus.

Mit der Entscheidung der Kommission würden die von E.ON eingegangenen Verpflichtungen rechtsverbindlich, hieß es. «Zum ersten Mal in der Geschichte des europäischen Kartellrechts veräußert ein Unternehmen bedeutende Vermögenswerte, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen», sagte Kroes. «Diese äußerst umfassenden Verpflichtungszusagen werden die deutsche Strommarktlandschaft grundlegend verändern und bieten die Aussicht auf mehr Wettbewerb und größere Wahlmöglichkeiten für die Verbraucher.»

Nach Kommissionsangaben stehen mit dem geplanten Verkauf von Kraftwerken 20 Prozent der Erzeugungskapazitäten Wettbewerbern und neuen Stromerzeugern zur Verfügung. Dies solle sich positiv auf die Strompreise auswirken und den Verbrauchern «unmittelbar zu Gute kommen». Nach der Veräußerung seines Netzes werde E.ON «nicht länger in der Lage sein, durch die Kontrolle des Netzes seine Stromerzeugungstochter gegenüber anderen Wettbewerbern zu begünstigen».

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Verbraucherpreise in Deutschland ziehen an

Wiesbaden (dpa) Für Deutschlands Verbraucher kosten im August vor allem Energie und Nahrungsmittel mehr als vor einem Jahr. Das treibt die Inflationsrate insgesamt weiter in Richtung zwei Prozent - die Zielmarke der EZB. Ein baldiger Kurswechsel der Notenbank ist dennoch nicht in Sicht.mehr...

Wirtschaft

Inflation zieht an - Nahrungsmittel und Energie teurer

Wiesbaden (dpa) Deutschlands Verbraucher müssen für Nahrungsmittel und Energie im September deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das treibt die Teuerung insgesamt an. Besonders kräftig ist der Preissprung bei Butter.mehr...

Wirtschaft

Studie sagt globale Energiewende voraus

London/Hamburg (dpa) Ist die Wende zu den erneuerbaren Energien und weg von Kohle und Atom ein teurer deutscher Sonderweg? Oder wird sich die Welt über kurz oder lang dafür entscheiden? Ein großer Konzern mit viel Fachwissen hat die Frage untersucht - und kommt zu überraschenden Erkenntnissen.mehr...

Wirtschaft

Inflation in der Eurozone zieht stärker an als erwartet

Luxemburg (dpa) Im Euroraum sind die Verbraucherpreise im August etwas stärker gestiegen als erwartet. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat erhöhte sich das Preisniveau zum Vorjahresmonat um 1,5 Prozent.mehr...

Wirtschaft

Inflation bei 1,8 Prozent: Nahrungsmittel und Energie teurer

Wiesbaden (dpa) Das Leben in Deutschland ist im vierten Monat in Folge teurer geworden. Vor allem für Nahrungsmittel und Energie müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen als ein Jahr zuvor.mehr...

Wirtschaft

Ex-Eon-Chef Bernotat tot - stellte Weichen für Grüne Energie

Essen (dpa) Wulf Bernotat stellte wichtige Weichen beim 2000 neu formierten Energieriesen Eon. Unter anderem steuert er den Konzern sehr früh in Richtung Wind- und Sonnenenergie. Mit nur 68 Jahren starb Bernotat am Wochenende.mehr...