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Edeka in Brackel lockt mit neuem Zahlungssystem

Einkaufen der Zukunft

Den Einkaufszettel zu Hause lassen, Rezepte in der Gemüseabteilung ausdrucken und an der Kasse das Kleingeld in einen Automaten werfen - in diesem Supermarkt ist das Einkaufserlebnis schon irgendwie futuristisch.

BRACKEL

von Von Sarah Hinderer

, 18.08.2010
Edeka in Brackel lockt mit neuem Zahlungssystem

Der digitale Rezeptberater soll Lust aufs Einkaufen und Kochen machen.

Dass wir irgendwann Arbeiten und Handgriffe fehlerfrei arbeitenden, bunt blinkenden Robotern überlassen, ist die Grundannahme von nahezu allen Science Fiction-Filmen. Für Horst Reinemann gehört der Einsatz von Maschinen nicht nur zum Alltag, sondern auch zum guten Service. In seinem Lebensmittelmarkt in Brackel hat er als erster Dortmunder Einzelhändler ein Bezahlsystem eingeführt, das lästiges Kleingeldzählen und falsche Wechselgeldbeschuldigungen für immer von den Kassen verbannt - denn den Münzbetrag geben die Kunden nicht der Kassiererin, sondern schmeißen die Cent- und Eurostücke in einen rotierenden, mit dem Kassensystem verbundenen Behälter der das Nachrechnen übernimmt.

"Das spart nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit", erklärt Reinemann. Pro Kassiererin und Kassenschicht eine halbe Stunde. "Viel entscheidender ist jedoch, dass alle bessere Laune haben, weil der Stress wegfällt, der durch einen Kassensturz entsteht oder wenn abends noch die Kasse geprüft werden muss und dann vielleicht noch einmal Geld fehlt."

An allen sechs Kassen hat der 52-Jährige das System installiert, die Kosten im fünfstelligen Bereich sollen sich in vier Jahren amortisiert haben. Deswegen setzt er bei der Neueröffnung des Evinger Edeka-Markts Ende des Jahres von Anfang an auf den elektronischen Münzzähler. Im Wambeler Frischemarkt soll im kommenden Jahr nachgerüstet werden. Durchweg positive Resonanz Fragt man Kunden, die an der Kasse im wahrsten Wortsinn ihre Portemonnaies entleeren (dabei landen ungewollt auch mal Büroklammern und Knöpfe im Automaten) ist die Resonanz durchweg positiv. Als hätte sie es nie anders gemacht, wirft Heidemarie Zcech ihre Euros in die runde Öffnung. Und auch Kassiererin Edith Utpatel ist begeistert: "Wir sind viel entspannter und können uns auch mal unterhalten", berichtet sie.

Doch das Bezahlen ist nicht die einzige Innovation im Brackeler Supermarkt. Ein digitaler Rezeptberater soll Appetit und Lust aufs Kochen machen. "Einkaufen muss ein Erlebnis bleiben", ist Reinemann überzeugt. "Alle haben weniger Zeit und die Angebote durch Internet-Anbieter werden verlockender werden. Da muss man als Einzelhändler etwas riskieren und neue Anreize schaffen."

In Brackel ist ihm das gelungen. "Wir haben Tourismus-Kundschaft - Eltern aus anderen Ecken der Stadt, die nur kommen, damit die Kinder mal was in den Automaten werfen können."

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