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Ehefrau eines Bankers entführt: Fahndung nach dem Täter

München (dpa) Eine spektakuläre Entführung hält die Münchner Polizei in Atem: Sie fahndet nach dem Mann, der die Ehefrau eines Bankers verschleppt und ein Millionen-Lösegeld gefordert hat. Möglicherweise gibt es eine heiße Spur.

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Mit diesem Foto aus einer Videoüberwachung fahndet die Polizei in München nach einem mutmaßlichen Entführer. Foto: Polizeipräsidium München

Die Polizei fahndet nach dem mutmaßlichen Entführer einer Frau aus München. Die Spurensicherung untersucht den Wagen, aus dem sie entkommen konnte. Foto: Reinhard Kurzendörfer

Nach dem Überfall auf eine Banker-Familie und der Entführung der Ehefrau fahndet die Münchner Polizei mit dem Foto einer Überwachungskamera nach dem Täter.

Er sei sogar bereits identifiziert, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» (Freitag): Beim Abgleich mit der Polizeidatei seien die Ermittler auf einen etwa 50 Jahre alten Mann aus Brandenburg gestoßen, der dringend tatverdächtig sei. Ein Polizeisprecher sagte am Donnerstagabend, er könne das momentan weder bestätigen noch dementieren. Die Auswertung sichergestellter DNA-Spuren dauerte einen Tag nach der Entführung noch an.

Die entführte Frau hatte fliehen können. Ein bärtiger Mann hatte am Mittwoch gegen 7.30 Uhr an der Haustür der Familie eines Münchner Sparkassenmanagers im Vorort Ottobrunn geklingelt und Mutter und Sohn mit einer Pistole bedroht. Er fesselte den Jungen und nahm die 46-jährige Frau mit. Dabei hinterließ er einen Brief, in dem er nach Polizeiangaben mehrere Millionen Euro für die Freilassung forderte. Nach Medienberichten soll er 2,5 Millionen Euro Lösegeld verlangt haben mit den Worten «Wir haben Ihre Frau». Ein vorheriger Kontakt der Familie mit dem Entführer sei unwahrscheinlich, sagte Markus Kraus vom Münchner Polizeipräsidium. Der Sparkassenmanager sei «nicht im direkten Kundengeschäft» tätig.

Der Täter zwang die Frau, in ihr Auto zu steigen, und fuhr rund eine Stunde lang mit ihr, bis er den Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters im Münchner Westend ansteuerte. «Warum er da angehalten hat, wissen wir nicht», sagte Kraus. Der Entführer und die 46-Jährige seien dann aus dem Wagen ausgestiegen, so die Polizei, und die Frau ergriff die Gelegenheit zur Flucht. Daraufhin floh auch der Täter und lief über ein angrenzendes Firmengrundstück. Dort lief eine Überwachungskamera. Die Bilder zeigen einen schlanken, schwarz gekleideten bärtigen Mann mit Wollmütze und Rucksack.

Die «Süddeutsche Zeitung» zitierte Staatsanwalt Peter Preuß mit den Worten: «Wir haben eine Person im Auge.» Der Entführer habe Berliner Dialekt gesprochen, berichtete die Zeitung.

«Momentan würden wir auf einen Einzeltäter tippen», sagte Kraus. Bei seiner Flucht habe der Täter ein Magazin verloren. Die Polizei geht darum davon aus, dass er eine Softair-Pistole bei sich trug. Die entführte Mutter und ihr Sohn blieben nach Polizeiangaben unverletzt.

Der Fall weckt Erinnerungen an Maria Bögerl aus Heidenheim (Baden-Württemberg). Die Frau des Heidenheimer Sparkassenchefs war im Mai 2010 entführt und wenige Wochen später tot aufgefunden worden. Ihr Mann hatte an einem vereinbarten Ort Lösegeld hinterlegt, das aber nicht abgeholt wurde. Er nahm sich ein Jahr später das Leben.

Pressebericht der Polizei

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