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Ehemalige Müllkippe ist jetzt Erholungsgebiet

Saure Wiese

Es war hässlich und es hat gestunken. Das war einmal. Jetzt sieht es auf dem Gebiet der ehemalige Industriekippe Saure Wiese anders aus. Und auch derAhbach fließt ohne Abwasser.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 25.09.2010

Mit der Renaturierung des Ahbachs und der Entmüllung der Industriekippe Saure Wiese ist in Bochum eines der größten ökologischen Projekte abgeschlossen. Seit 2007 hatten die Anwohner an der Ostfeldmark den Bauzaun direkt vor ihrer Haustür. Dahinter, das wussten sie, wird gerade der alte Ahbach neu gestaltet.

Dieser war einst ein Schmutzwasserkanal, der die Abwässer in Richtung Emscher führte. „Köttelbecke“ nannten ihn die Anwohner. Im Sommer stank es nach Scheiße. Und hübsch anzusehen war es sowieso nicht.

Auch heute ist der Ahbach ein Abwasserkanal. Zumindest ein Teil von ihm. Der Teil, den man nicht sieht. „Wir haben das Abwasser eine Etage tiefer verfrachtet“, sagt Jochen Stemplewski, Vorsitzender der Emschergenossenschaft. Das Tieferlegen hat 15 Millionen Euro gekostet. Die Neugestaltung des Flusslaufs auf drei Kilometern Länge nochmals neun. „Tiere und Pflanzen sind in das Gebiet zurück gekehrt“, sagt Stemplewski. Die Anwohner applaudieren. Doch mehrfach kommt die Frage: Wo ist denn das Wasser geblieben? Kaum mehr als ein kleines Rinnsal bahnt sich den Weg durch das schöne Flussbett. „Daran arbeiten wir“, verspricht Stemplewski, muss jedoch einräumen, dass es zu wenig Wasser gibt. Nun soll noch mehr Regenwasser in den Ahbach gleitet werden.

Direkt hinter dem Ahbach , auf dem Gelände der Sauren Wiese, wurde auf 65.000 Quadratmetern ein Park angelegt. Zwei Millionen Euro haben Stadt und Land investiert, 45.000 Kubikmeter belasteten Boden ausgetauscht, 10.000 Gehölze und 8150 Sträucher gepflanzt. „Ich hoffe, ich habe keinen Strauch vergessen“, sagt Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz beim Vortrag der beeindruckenden Zahlen. Den Anwohnern übergaben Stadt und Emschergenossenschaft gestern ein neues Naherholungsgebiet.