Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Ehepaar erhält Entschädigung für entgangene Kreuzfahrt

Karlsruhe. Ein Ehepaar freut sich auf eine Karibik-Kreuzfahrt und erfährt kurz vor der Abfahrt, dass die Kabine nicht reserviert ist. Der Streit führt bis zum BGH. Es geht um Entschädigung für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit und Kosten für eine Ersatzreise.

Ehepaar erhält Entschädigung für entgangene Kreuzfahrt

Weil der Reiseveranstalter keine Kabine für sie freihielt, musste zwei Eheleute auf ihre Kreuzfahrt verzichten. Der BHG verhalf ihnen nun zu einer Entschädigung. Foto: Uli Deck

Wegen einer kurzfristig geplatzten Karibik-Kreuzfahrt erhält ein Ehepaar eine Entschädigung für nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe.

Der Senat hob das Urteil des Berufungsgerichts auf und stellte das Urteil des Landgerichts wieder her. Demnach erhält das Paar gut 3685 Euro Entschädigung. (Az. X ZR 94/17).

Die klagenden Touristen hatten sich allerdings mehr erhofft. Ein Fehler beim Reiseveranstalter hatte den Eheleuten die mit viel Vorlauf gebuchte Karibik-Kreuzfahrt durchkreuzt: Drei Tage vorher stellte sich heraus, dass für sie auf dem Schiff keine Kabine reserviert war. Sie planten kurzfristig um und machten eine Mietwagen-Rundreise durch Florida.

Die Mehrkosten von knapp 900 Euro wollten sie erstattet haben. Außerdem forderten sie rund 5000 Euro Entschädigung für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit - so viel waren die beiden Plätze auf der gebuchten Kreuzfahrt wert. Eine solche Entschädigung sieht das Gesetz vor, wenn eine Reise vereitelt oder erheblich beeinträchtigt wird.

Streitpunkt vor Gericht war die Höhe der Entschädigung. In den Vorinstanzen hatten die Touristen 73 Prozent des Reisepreises zugesprochen bekommen. Nach Auffassung des BGH ist das ausreichend. Eine höhere Entschädigung halten die Richter bei einer geplatzten Reise nur ausnahmsweise für gerechtfertigt, zum Beispiel wenn sich der geplante Urlaub so nie wieder nachholen lässt.

Der Senat entschied außerdem, dass nicht beides zugleich geht: sich für eine ausgefallene Reise entschädigen lassen und dann noch die Mehrausgaben für den spontanen Ersatz-Urlaub zurückverlangen. Den Aufpreis von knapp 900 Euro müssen also die Touristen schultern.

Mit dieser Entscheidung folgt der BGH im Wesentlichen seiner Linie aus dem „Malediven-Urteil“ von 2005. In dem Fall hatten zwei Kunden den halben Reisepreis als Entschädigung bekommen. Sie hatten ihren Urlaub zu Hause verbracht, weil ihr Hotel auf einer Malediven-Insel überbucht war. Die Richter argumentierten damals, von der Enttäuschung abgesehen hätten die beiden keine Beeinträchtigung erlitten. Der volle Reisepreis sei nur angebracht, wenn der Urlaub so schlimm verlaufe, dass Erholung überhaupt nicht mehr möglich sei.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Recht auf Reisen

Airline muss für annullierten Flug entschädigen

Königs Wusterhausen. Chaos und lange Wartezeiten: Niemand möchte wegen eines Streiks auf dem Flughafen festsitzen. Flüge werden oft sogar komplett gestrichen. Wann haben Reisende ein Recht auf Entschädigung?mehr...

Recht auf Reisen

Bei Flugverspätung wegen Enteisung wird Entschädigung fällig

Frankfurt/Main. Winterzeit ist auch Enteisungszeit an Flughäfen. Da kann es schon mal zu Verzögerungen im Flugverkehr kommen. Außergewöhnliche Umstände sind das nicht, entschied ein Gericht und sprach einer Klägerin Entschädigung zu.mehr...

Recht auf Reisen

Preisminderung bei Routenänderung auf Arktis-Kreuzfahrt

Frankfurt/Main. Kann ein Schiff auf einer Arktis-Kreuzfahrt wetterbedingt nicht alle Häfen ansteuern, hat der Passagier das Recht auf einen Preisnachlass. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main entschieden.mehr...

Recht auf Reisen

Bei Anschlussflügen außerhalb der EU Entschädigung möglich

Luxemburg. Verspätet sich ein Flug um mehr als drei Stunden, erhalten Airline-Kunden nach EU-Recht eine Entschädigung. Doch welchen Anspruch haben Reisende bei einem verzögerten Anschlussflug außerhalb der EU? Darüber urteilte der Europäische Gerichtshof.mehr...

Recht auf Reisen

Diese Ansprüche haben Griechenland-Urlauber bei Streiks

Potsdam. Mit zahlreichen Streiks protestieren die Griechen gegen die Sparpolitik ihrer Regierung. Dadurch kommt es landesweit zu Problemen im Fähr-, Nah- und Luftverkehr. Bei Ausfällen und Verspätungen können für Reisende Ansprüche bestehen.mehr...

Recht auf Reisen

Entschädigung für Flugverspätung nach abgesagtem Streik

Königs Wusterhausen. Ein Streik der Fluglotsen gilt in der Regel als höhere Gewalt. Betroffenen Airlinekunden steht dann keine Entschädigung zu. Doch wie verhält es sich, wenn der Streik ausfällt und der Flug mit einiger Verspätung ausgeführt wird?mehr...