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Ehrung für Karin Henkel beim Berliner Theatertreffen

Berlin. Umjubelte Stars und eine erste Preisträgerin: Zum Auftakt des 55. Berliner Theatertreffens lässt sich das Publikum von furioser Bühnen- und Schauspielkunst begeistern.

Ehrung für Karin Henkel beim Berliner Theatertreffen

Karin Henkel wurde mit dem Theaterpreis Berlin geehrt. Foto: T+t Fotografie/Toni Suter/Berliner Festspiele

Stars wie Nina Hoss, Martin Wuttke, Sophie Rois und Marc Hosemann sind zum Auftakt des 55. Berliner Theatertreffens gefeiert worden. Am Freitagabend eröffneten Frank Castorf und sein legendäres Volksbühnen-Team das Festival mit ihrer siebenstündigen „Faust“-Inszenierung.         

Bei der zweiten Theatertreffen-Premiere begeisterte das Publikum am Samstagabend dann Kino- und Theaterschauspielerin Nina Hoss („Yella“, „Barbara“). Sie spielte die Hauptrolle in der Theaterfassung von Didier Eribons Bestseller „Rückkehr nach Reims“  - auf die Bühne gebracht vom Künstlerischen Leiter der Berliner Schaubühne, Thomas Ostermeier.

Gleich zum Festivalstart wurde auch schon ein Preis verliehen. Regisseurin Karin Henkel (47) wurde für ihre herausragenden Verdienste um das deutschsprachige Theater mit dem Theaterpreis Berlin geehrt. Henkel nahm die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung der Stiftung Preußische Seehandlung am Samstag zum Festivalauftakt entgegen.  

Das Preisgeld spende Henkel dem in Berlin ansässigen Verein Háwar.Help und insbesondere dessen Projekt „Back to Life“, teilten die Berliner Festspiele mit. In dem Projekt wird jesidischen Frauen geholfen, die Opfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geworden sind.

Die aus Köln stammende Henkel arbeitet seit den 90er Jahren an den großen deutschsprachigen Bühnen. Die Regisseurin untersuche in ihren Inszenierungen konsequent die Grundbedingungen sozialen Zusammenlebens, erklärte die Jury des Theaterpreises. Beim diesjährigen Theatertreffen ist Henkel mit ihrem am Schauspielhaus Zürich entstandenen, mythologischen Drama „Beute Frauen Krieg“ vertreten.

Ausdauer verlangte Castorfs Martahon-„Faust“ zum Auftakt den Besuchern ab. Nach der Vorstellung habe es „zehn Minuten lang Standing Ovations“ gegeben, berichtete eine Festivalsprecherin. Das Goethe-Werk war Castorfs letzte große Regiearbeit an der Berliner Volksbühne, bevor er den Chefsessel an dem Theater nach einem Vierteljahrhundert als Intendant räumen musste.  

Sein Nachfolger, der Belgier Chris Dercon, hatte im vergangenen Monat seinen Posten nach viel Kritik vorzeitig wieder aufgegeben - ein viel diskutiertes Thema auch bei den aus ganz Europa angereisten Theatertreffen-Besuchern.

Bejubelt wurde die 42-jährige Nina Hoss in „Rückkehr nach Reims“. Auch wenn Hoss während des Großteils des Zwei-Stunden-Stücks „nur“ ein Manuskript vorliest, sorgt sie mit einer enormen Präsenz und Wahrhaftigkeit für besondere Spannung. Ostermeier übersetzte den autobiografischen Essay des französischen Soziologen Eribon in eine Bühnenversion. Dabei geht vor allem um dessen Auseinandersetzung mit dem zur Arbeiterklasse gehörenden Vater. Mit dem Nachdenken über ihren eigenen Vater Willi gibt Hoss dem Projekt am Schluss eine große Erdung.

Großes Star-Theater auch bei Castorfs „Faust“: Zu sehen waren unter anderem Martin Wuttke als Faust, Marc Hosemann als Mephistopheles und Sophie Rois als Hexe. Festspiel-Intendant Thomas Oberender verglich das „alte“ Volksbühnen-Team in seiner Eröffnungsrede mit einer Mannschaft, die 25 Jahre gemeinsam zur See gefahren ist. Nun heiße es beim Theatertreffen für das in alle Winde verstreute Ensemble: „Für eine Fahrt brauche ich euch nochmal!“

Theatertreffen-Leiter Daniel Richter hatte betont: „Nicht nur die besondere Lesart des "Faust" macht die Inszenierung so bestechend“ - der Abend bilde noch einmal das ab, was die 25-jährige Castorf-Ära an der Berliner Volksbühne geprägt habe: „Die fantastischen Schauspieler mit ihrer Volksbühnen-Spielweise, die sehr expressiv und körperlich ist. Es ist eine Hommage an die tollen Castorf-Jahre.“

Bis zum 21. Mai sind beim Theatertreffen die „bemerkenswertesten“ Inszenierungen der Saison aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen. Zu den eingeladenen Bühnen gehören auch die Münchner Kammerspiele, das Thalia Theater Hamburg, das Theater Basel, das Wiener Burgtheater und das Deutsche Schauspielhaus Hamburg. Das Festival endet mit der Vergabe des Alfred-Kerr-Darstellerpreises für junge Schauspieler.

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