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Ein Blick in die Zukunft

WITTEN Die Bürgermeisterin war am Mittwoch beim so genannten Früstück für Arbeitslose. Erörtert wurden Zukunftsperspektiven.

von Von Julia Reidegeld

, 05.12.2007
Ein Blick in die Zukunft

Das so genannte Arbeitslosen-Frühstück mit Bürgermeisterin Sonja Leidemann.

Auf dem Tisch steht ein Korb mit Brötchen. Marmelade, Käse und Wurst reihen sich darum. Friedhelm Wulf nimmt eine Käsescheibe und schmiert sich ein Brötchen. Jeden Mittwoch trifft er sich mit Betroffenen, um zu reden.Vielleicht um gemeinsam eine Lösung zu finden oder auch einfach nur, um nicht alleine zu sein.

Denn Friedhelm Wulf ist schon seit vielen Jahren arbeitslos. Doch statt zu resignieren, packt er an und organisiert seit 2004 das Frühstück für Arbeitslose im Namen der Initiative Wittener Arbeitslose (IWA).

Gemeinsam mit dem Arbeitslosenzentrum Witten (Walze) hat er die Bürgermeisterin eingeladen – Zukunftsperspektiven für ALG II-Empfänger stehen neben Kaffee und Aufschnitt auf dem Programm. Doch zum Frühstücken kommt hier eigentlich niemand.

„Seit 2001 habe ich nun keinen Job mehr.“ Von einer in die nächste Pleite sei es gegangen, berichtet eine Gesprächsteilnehmerin. Umschulungsmaßnahmen habe es nicht wirklich gegeben und Bewerbungen in eigener Initiative verschicke sie nun auch nicht mehr, „denn die Mappen kommen ja nicht zurück.“

Bürgermeisterin Sonja Leidemann guckt irritiert: „Warum versuchen Sie es nicht mal mit einem Praktikum, um wieder in ihren Bereich reinzukommen?“

Am Ball bleiben sei besonders wichtig, fügt Gudrun Müßle von der Arbeit- und Beschäftigungsförderung „Wabe“. Auch bei den Jugendlichen helfe eine Beschäftigungsmaßnahme.

„Jugendliche, die sonst nicht aus dem Bett kommen, sind hier pünktlich“, weiß Kai Flockenhaus, Berater für die Walze und Wabe.

Bei 5197 Vermittlungen im letzten Jahr folgt vor allem für Langzeitarbeitslose eine interessante Änderung. Ab 31. März 2008 gibt es Förderungen bis zu 75 % für diejenigen, die voraussichtlich in den nächsten 24 Monaten nicht vermittelt werden können. Bisher war diese Leistung nur gemeinnützigen Trägern vorbehalten, nun wird sie auch privaten Arbeitgebern gewährt.