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Ein Drittel der Kliniken macht Verluste

DÜSSELDORF Ein Drittel der Kliniken in Deutschland macht Verluste, deutlich mehr als die Hälfte wird nach Schätzungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in diesem Jahr keine Überschüsse erzielen. Darauf hat DKG-Präsident Rudolf Kösters am Mittwoch in Düsseldorf zu Beginn des Deutschen Krankenhaustages und der gleichzeitigen Fachmesse Medica hingewiesen.

Ein Drittel der Kliniken macht Verluste

Die Behandlung im Krankenhaus wird immer teurer.

Ursache für das „Dilemma“ sei das Zusammenspiel von Tariferhöhungen für Ärzte, steigende Mehrwertsteuer und Energiekosten, Mehrkosten durch das neue Arbeitszeitgesetz sowie „massiver“ Kürzungen durch Einspargesetze.

Nachdem zusätzlich die Investitionsförderung der Bundesländer 2006 zum elften Mal in Folge gesunken sei, betrage der „immense Investitionsstau“ der 2100 deutschen Kliniken derzeit rund 50 Milliarden Euro, sagte Kösters. Acht von zehn Häusern erwarteten im kommenden Jahr eine noch schlechtere Finanzsituation.

"Notlagentarifvertrag"

Die schwierige Lage habe in den neuen Bundesländern fast jedes fünfte Krankenhaus zum Abschluss eines „Notlagentarifvertrages“ gezwungen, der für die Mitarbeiter Einbußen etwa beim Weihnachtsgeld oder sogar der Grundvergütung bedeute, sagte der DKG-Präsident. Ein Drittel aller Kliniken will offene Arztstellen derzeit nicht neu besetzten, jedes neunte Haus plant sogar Stellenabbau im ärztlichen Dienst, habe eine DKG-Befragung ermittelt.

Im vergangenen Jahrzehnt seien zur Kosteneinsparung mit 90000 Mitarbeitern etwa 10 Prozent aller Stellen abgebaut worden, sagte Kösters. Allein bei der Pflege seien 50000 Jobs gestrichen worden. Damit kämen nach DKG-Angaben in Deutschland etwa 20 Patienten auf jeden Mitarbeiter, wobei die Quote in anderen europäischen Ländern bei 9 bis 13 Patienten liege.

Behandlung wird immer teurer

Die Behandlung kranker Menschen in Kliniken wird immer teurer. Im Jahr 2006 stiegen die Kosten für die stationäre Behandlung im Krankenhaus erneut um 2,3 Prozent auf 58 Milliarden Euro. Von 2004 auf 2005 waren die Krankenhauskosten um 1,1 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch auf Basis vorläufiger Ergebnissen der Krankenhausstatistik mit.

Die durchschnittlichen Behandlungskosten lagen im vergangenen Jahr bei 3447 Euro - das sind 0,5 Prozent mehr als 2005. Die Personalkosten machen knapp zwei Drittel, die Sachkosten gut ein Drittel der Bruttoausgaben der deutschen Krankenhäuser aus.

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