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Ein Fußball unter dem Tannenbaum

Bei den Benatellis

Frank Benatelli gehörte in den 80er-Jahren zu den Unabsteigbaren des VfL. Mittlerweile taucht der Nachname erneut im bezahlten Fußball auf. Sohn Rico spielt für Erzgebirge Aue in der 2. Liga. Damit nicht genug: Bei Wattenscheid 09 hat auch seine Schwester Laura schon mal Bundesligaluft geschnuppert.

BOCHUM

von Ralf Rudzynski

, 23.12.2013

Geschwister in der Bundesliga oder Vater und Sohn, das gibt es immer mal wieder. Dass aber drei Namen, vor allem aber beide Geschlechter für Furore sorgen, das ist fast einmalig. Bei den Benatellis aus Bochum ist das so. "Und mein Cousin Giuseppe hat in Italien als Torwart für Napoli zudem in der 1. und 2. Liga gespielt", verrät Frank Benatelli.

"Wir scheinen ein Fußballer-Gen zu haben", grinst der 51-Jährige. Tochter Laura probierte sich zuvor im Basketball sowie mit Ballett, doch letztlich blieb auch ihr Herz am runden Leder hängen. "Laura hat eine gute Technik, mit der sie durchaus in der Bundesliga spielen könnte, aber durch ihren Schichtdienst bei der Polizei muss sie Prioritäten setzen", erklärt ihr Vater.

Zweikampfhärte holen

Lauras Bruder Rico war schon von Kindesbeinen an mit dem Fußball verwachsen. "Ich habe Rico nie ohne Ball gesehen", erinnert sich Frank Benatelli, der dem 21-Jährigen den Sprung von der 2. in die 1. Bundesliga zutraut: "Das Zeug dazu hat er", bescheinigt er ohne väterliche Befangenheit und begründet: "Rico hat Technik, Spielverständnis und Übersicht. Er ist niemand, der sofort heraussticht, aber er passt sich schnell höherem Niveau an. In Aue soll er sich nun auch noch die nötige Zweikampfhärte holen."

Das erste Rüstzeug haben Laura und Rico Benatelli übrigens schon früh im eigenen Garten bekommen. "Wir haben zuhause eine kleine Fläche, auf der wir auch heute noch Fußball spielen", gewährt Rico Benatelli einen Einblick. Seine Schwester ergänzt: "Früher haben wir auch zusammen gegen unseren Vater gekickt." Mit einem Augenzwinkern fügt Frank Benatelli hinzu: "Keiner bekam etwas geschenkt. Da wurde auch schon mal gegrätscht."

Der "Benatelli-Cup"

Geschenke gibt es dagegen natürlich an Weihnachten. "Ein Fußball lag immer unter dem Tannenbaum", sagt das Trio unisono und hat schon wieder den nächsten Kick im Blick. Tradition hat ein eigenes Turnier. Rico Benatelli: "In jedem Sommer spielen wir bei uns den `Benatelli-Cup` aus. Dann sind auch viele Freunde und Spieler aus unseren früheren Mannschaften dabei." In Zweier-Teams geht es hoch her. Der Spaß steht im Vordergrund. "Aber", so Laura Benatelli, "gewinnen will trotzdem jeder." Bitter für Frank Benatelli: "Die Teams werden immer ausgelost. Beim letzten Mal spielten Laura und Rico zusammen und waren natürlich nicht zu schlagen."

Rückblickend auf die eigene aktive Karriere, zählt Frank Benatelli übrigens keineswegs eine Begebenheit aus seiner Bundesligazeit zu den Hightlights. Spontan erinnert er sich: "Als ich noch nicht bei den Profis war, hatten wir beim VfL unter Trainer Klaus Hofmann eine Amateur-Mannschaft, mit der wir von der Verbandsliga in die Oberliga aufgestiegen sind."

Gothe, Storck und Kühn

Neben Benatelli trugen weitere Talente das Trikot, die ebenfalls später für den VfL in der Bundesliga aufgelaufen sind. Florian Gothe, Bernd Storck, Michael Kühn, Dirk Heitkamp, "aber auch `Zacka` Zagorny und Volker Fanelsa gehörten dazu. Das war eine tolle Truppe. Wir hatten eine super Kameradschaft."

Weihnachten ist auch bei den Benatellis ein besonderes Fest. Am Heiligen Abend kommt die gesamte Familie zusammen. Frank hat durchgezählt und rechnet hoch: "Es dürften so an die elf Personen werden." Eine komplette Mannschaft also.

Ganz so fußballverrückt ist die Familienbande dann zwar doch nicht, aber ohne das Leder geht es trotzdem nicht. Irgendwann wird der Ball sicher auch am Heiligen Abend mal kurz durchs Wohnzimmer rollen.