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Ein Grundschulgebäude soll geschlossen werden

Bertramstraße gegen Schulstraße

Welche der beiden Grundschulen im Ortsteil Leithe bleibt – die an der Bertramstraße oder der Zweigstandort an der Schulstraße? Das Schulverwaltungsamt möchte den Standort an der Bertramstraße aufgeben, aber die Schulkonferenz der Gemeinschaftsgrundschule Leithe kämpft für die Schule als "Dorfmittelpunkt".

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 26.09.2012 / Lesedauer: 3 min
Ein Grundschulgebäude soll geschlossen werden

Das Schulgebäude an der Bertramstraße soll nach den Plänen des Schulverwaltungsamtes aufgegeben werden - obwohl dort zuletzt noch neue Räume geschaffen wurden.

Sie sei zu klein, lediglich für zwei Klassen pro Jahrgang geeignet und das auch nur unzureichend. Doch dagegen spricht sich die Schulkonferenz der Gemeinschaftsgrundschule Leithe aus. Es ist nicht verwunderlich, denn in der Schulkonferenz haben die Vertreter der Bertramstraße die Mehrheit. Und sie kämpfen für ihren Standort. „Die Schule ist der Dorfmittelpunkt“, sagt Gudrun Altgassen, die Sprecherin des Bündnisses für Leithe. „Fatal, wenn uns das genommen wird. Sowas lässt sich nicht in Kosten aufwiegen.“ Zumal eine Sanierung der Schule an der Bertramstraße deutlich billiger wäre als die Renovierung des Standortes Schulstraße. Dort würde auch das halbe Gebäude leer stehen, so Altgassen, es gebe nur wenige Grundschüler in Leithe. Schulamtsleiter Ulrich Wicking rechnet anders und legt der Politik eine ausführliche Beschlussvorlage vor, über die im November entschieden werden soll. Welcher Argumentation folgt der Rat?

„Ich war sehr überrascht, als ich die Stellungnahme der Schulkonferenz Leithe bekommen habe“, sagt Schulamtschef Ulrich Wicking. Den Argumenten aus der Bertramstraße tritt er entschieden entgegen. Beispiel Raumangebot: Es sei richtig, dass der Standort im Zentrum von Leithe kleiner sei, räumen Schulpflegschaft und das Bündnis für Leithe ein. „Aber wir können zweizügig gut arbeiten und in Ausnahmefällen auch dreizügig“, so Pfegschaftssprecherin Anette Bündgen. „Die Raumsituation in der Bertramstraße ist angespannt und entspricht nicht mehr den Anforderungen“, sagt Wicking und ergänzt: „Von 50 Schulen in Bochum wollen 49 mehr Räume haben. Nur die Bertramschule will das alles so regeln können.“

Man könnte die alte Hausmeisterwohnung nutzen und das Dach ausbauen, sagt die Schulpflegschaft. Abgelehnt habe dies das Schulverwaltungsamt stets, weil es sich dabei nur um eine Kellerwohnung handle, die für die Kinderbetreuung nicht geeignet sei, sagt Wicking. Die Schulstraße müsste für zwei Millionen, die Bertramstraße nur für eine Million Euro saniert werden. Das sparte Geld, sagen sie in Leithe. Umgerechnet auf den Quadratmeter ist die Sanierung des Gebäudes Schulstraße billiger, rechnet Wicking vor.

Für die Grundschulkinder aus Leithe reiche die zweizügige Schule, betont die Schulpflegschaft. „Wir dürfen nicht nur auf Leithe gucken, sondern auf ganz Wattenscheid“, so Wicking. Eine Schule mit drei Klassen am Standort Schulstraße sei mehr als realistisch. Wenn die Politik den Argumenten des Schulverwaltungsamtes folgt, könnte die Bertramschule bereits nach dem kommenden Schuljahr geschlossen werden – nach mehr als 110 Jahren.