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Ein Hauch von Lavendel und Thymian - Mediterrane Gärten anlegen

Freiburg (dpa/tmn) Orangen, Oleander und Thymian - das riecht nach Urlaub, Sonne und Süden. Diesen Duft kann man sich aber auch nach Hause holen: Denn viele mediterrane Kräuter und Pflanzen wachsen ebenso gut im heimischen Garten.

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Nur mediterrane Pflanzen, die auch winterhart sind, können hierzulande gedeihen: Das Mandelbäumchen ist ein Beispiel hierfür. Foto: PdM

Ein typisches Mittelmeergewächs ist der Woll-Ziest (Stachys Ianata). Foto: Andrea Warnecke

Mediterrane Pflanzen lieben die Hitze und Trockenheit - auch die Fetthenne (Sedum) mag solche Bedingungen. Foto: Kai Remmers

Hübscher Anblick, angenehmes Aroma: Die mediterrane Blauraute (Perovskia atriplicifolia) hat duftende Blätter und violettblaue Blüten. Foto: PdM

Ein bisschen Thymian zwischen den Fingern zerreiben, unter die Nase halten, und schon ist man wieder im Urlaub. Es duftet nach Süden, nach Sonne und Meer, nach dem leckeren Ratatouille im Restaurant im Hafen. Das geht auch im heimischen Garten - mit den richtigen Pflanzen. Dazu passen eine naturbelassene Gartenmauer oder eine immergrüne Hecke sowie Sitzplätze und Wege aus Naturstein oder naturbelassenen Hölzern.

Am ehesten bieten sich sonnige Standorte im Garten an. Aber es gehört noch mehr dazu, damit sich die mediterranen Gewächse wie zu Hause fühlen. «Das Klima südlich der Alpen zeichnet sich durch heiße, trockene Sommer und kühle, regenreiche Winter aus», erklärt Detlev Hellinger, Gärtnermeister der Stadtgärtnerei Freiburg. «Extreme Kälte, wie bei uns etwa im vergangenen Winter, gibt es jedoch nicht.» Und für sie sind mediterrane Pflanzen auch nicht gewappnet.

Geeignet sind also Ecken im Garten, die vor rauen Winden geschützt sind, im Winter von extremer Kälte verschont bleiben und sich im Frühjahr rasch erwärmen. «Wer an verschiedenen Stellen in seinem Garten Minimum-Maximum-Thermometer aufstellt, bekommt rasch eine Vorstellung davon, wo sich kalte Luft sammelt oder wo geschützte Winkel liegen», rät Tanja Ratsch, Gartenbauingenieurin aus dem bayerischen Nersingen für die Standortsuche.

Auch die Bodenverhältnisse müssen stimmen. Viele mediterrane Pflanzen mögen eher leichte, nährstoffarme Böden, die mit Humus und Sand durchsetzt sind. Die Böden seien mit Sauerstoff gesättigt, auch wenn sie nach Regenfällen nass sind, sagt Ratsch. «Und - noch wichtiger - im Winter kommt keine Staunässe auf.»

Schwere Böden mit einem hohen Ton- oder Lehmanteil hingegen nehmen zu viel Wasser auf. Gleichzeitig transportieren sie zu wenig Sauerstoff zu den Wurzeln. «Ein solcher Boden kann mit Sand abgemagert werden», rät Bettina Rehm-Wolters, Landschaftsarchitektin und Fachbuchautorin aus Stuhr bei Bremen. Auch grober Kies und Humus können zur Auflockerung genutzt werden. Außerdem empfiehlt Ratsch: «Für besonders nässeempfindliche Pflanzen sind Hanglagen gut geeignet, da sie rasch abtrocknen, ebenso Flächen unter Dachüberständen oder im Regenschatten von Mauern.»

Bei der Bepflanzung muss Großes und Kleines kombiniert werden: «Zur Grundausstattung eines frostharten mediterranen Gartens gehören Bäume und Sträucher wie die Weidenblättrige Birne als Olivenbaumersatz, Raketen-Wacholder als Alternative zur frostempfindlichen Mittelmeer-Zypresse, und Garten-Hibiskus, Sommerflieder, Mandelbäumchen und die blau-violett blühende Bartblume», zählt Rehm-Wolters auf.

Geeignet seien zudem Pinien, Judasbäume und Seidenbäume, Erdbeerbäume, Duftblüten und Mönchspfeffer. «Immergrüne Yucca-Arten behalten ihren Charakter auch im Winter. Auch die europäische Zwergpalme oder die kretische Dattelpalme kommen infrage», sagt Hellinger. Hitze und Trockenheit lieben Stauden wie Hauswurz und Fetthennen. Steppenpflanzen wie Rudbeckien oder Präriekerzen vervollständigen den Zierpflanzenteil des Gartens. Schöne Stauden sind auch Woll-Ziest, Blaurauten, Lavendel und Wermut. Letztere haben das typische graue Laub der Mittelmeergewächse.

Und sie bilden den Übergang in den Kräutergarten. «Würzige Kräuter sind das Herzstück der mediterranen Küche und im Mittelmeergarten ein Muss», findet Rehm-Wolters. «Thymian, Salbei, Rosmarin und Oregano lieben sonnige Plätze, gerne in einem mit Naturstein eingefassten Hochbeet.» Auch in Gefäßen machen Kräuter eine gute Figur - und frostharte Kandidaten wie Rosmarin oder Salbei können so im Winter in das Haus geräumt werden.

Im Nutzgarten finden sich auch Gewächse, deren Ursprünge in mediterranen Regionen liegen, aber hierzulande bereits verbreitet sind: «Hier dürfen Artischocken, Tomaten, Auberginen und Zucchini nicht fehlen», zählt Rehm-Wolter auf. Unter günstigen klimatischen Bedingungen gedeihen auch Feigen und Kiwis. Sie mögen die Nähe zum warmen Mauerwerk und kommen zur Sitzplatzbegrünung in Betracht. Die Pergola über der Terrasse könne zudem von Echtem Wein berankt werden.

Literatur:

BlaurauteBettina Rehm-Wolters: Mediterrane Gärten, Kosmos Verlag, Stuttgart 2012, 125 S., 16,99 Euro, ISBN-13: 978-3-440-13016-2

Sind die Bedingungen im Garten nicht so optimal, werden mediterrane Gewächse in Kübel gepflanzt. Klassiker hierfür sind Oleander, Wandelröschen, Schönmalven und Zitrusfrüchte. «Voraussetzung für den Einsatz von Kübelpflanzen ist, dass man ein passendes Winterquartier in Form eines kühlen, hellen Kellerraums, eines Dachbodens, Gartenhäuschens oder ähnlichem bieten kann», sagt die Gartenbauingenieurin Tanja Ratsch aus Nersingen.

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